Video zur Mittagspause
Auch in South Park ist die Finanzkrise angekommen. Die entsprechende Episode heisst “Margaritaville” und ist zu finden bei http://www.southparkstudios.com/
Viel Spass.
Archiv für März 2009
Auch in South Park ist die Finanzkrise angekommen. Die entsprechende Episode heisst “Margaritaville” und ist zu finden bei http://www.southparkstudios.com/
Viel Spass.
Und schon wieder kommen Politiker im Zuge der Finanzkrise auf seltsame Gedanken. Anleihebesitzer sollen an Verlusten (der Banken in den USA) in Form einer verminderten Rückzahlung beteiligt werden (Quelle: Handelsblatt).
Tolle Idee – die Unterschiede zwischen Fremd- und Eigenkapital kennt man in der Politik wohl nicht?
Neben der Tatsache, dass dafür geltendes Recht geändert werden müsste, ist ein wesentliches Fremdkapital-Merkmal gerade, dass Zins und Tilgung eben nicht vom Erfolg bzw. Misserfolg des Unternehmens abhängig ist. Aufgrund des geringeren Risikos wird Fremdkapital geringer verzinst als Eigenkapital.
Sollten zukünftig Anleihebesitzer bei Misserfolgen auf Zins und Tilgung verzichten müssen, muss damit zwangsläufig eine höhere (erwartete) Verzinsung einhergehen – in Abhängigkeit vom Unternehmenserfolg. Zusätzlich müssten sie Mitspracherechte bei der Unternehmensführung erhalten. So etwas nennt man dann Eigenkapitalbeteiligung.
Ausserdem würde damit, in der momentanen Situation, den Banken der Zugang zum Kapitalmarkt versperrt. Wer würde denn eine niedrig verzinste, aber hochriskante Bankanleihe kaufen wollen?
Glücklicherweise zitiert das Handelsblatt einen deutschen Finanzpolitiker, der diese Entwicklungen in den USA mit Sorge betrachtet. Es besteht also noch Hoffnung.
Das Handelsblatt meldet heute, dass die Bundesregierung Regeln zur Begrenzung der Managergehälter beschlossen hat (Link). Ziel soll sein, dass sich Manager stärker für das Wohl ihres Unternehmens einsetzen und ihre Bezüge an die langfristige Unternehmensentwicklung gekoppelt werden.
Bei schlechter Unternehmensentwicklung soll die Vergütung gekürzt werden. Insgesamt sollen die Gehälter “in einem angemessenen Verhältnis zu der Leistung des Managers und sonstigen Gehältern in der Branche stehen”.
Hat die Regierung schon den Gesetzentwurf zur Messung der langfristigen Unternehmensentwicklung in der Schublade?
Die Politik mag das anders sehen, ökonomisch ist diese Messung eher problematisch und erst ex-post wirklich quantifizierbar.
Der shareholder-value-Ansatz wird ja wohl eher nicht favorisiert. Dieser begünstigt – genau wie die geplante Kürzung der Managergehälter bei schlechter Entwicklung – eher kurzfristiges Denken und Handeln. Welcher rational handelnde Manager würde eine Investition beschliessen, die zwar langfristig sinnvoll ist, kurzfristig jedoch hohe Kosten verursacht, damit die (kurzfristige) Unternehmensentwicklung und jetzt qua Gesetz auch sein Gehalt negativ beeinflusst???
Auf eine absolute betragliche Grenze konnte sich die Koalition noch nicht einigen, die SPD ist der Meinung, dass 1 Mio. Euro reicht.
Generell sollten doch eher die Eigentümer eines Unternehmens und nicht der Gesetzgeber entscheiden, welche Managemententlohnung sie für angemessen halten.
Auch der notwendige Gesetzentwurf für die Messung der “angemessenen Leistung” eines Managers wäre höchst interessant.
Nun gut, die soziale Marktwirtschaft und der damit verbundene Wohlstand wird ohnehin überschätzt. Und früher in der DDR war ja auch nicht alles schlecht! (Was genau war das nochmal?)
P.S.: wann kommt eigentlich die gesetzliche Begrenzung von Sportler-Gehältern?! Oder für Zusatzeinkünfte der Politiker?