Artikel mit Schlagwort ‘ Beratung ’

Wirtschaftsphilosoph – #fiblo12

Nachdem ich mit meinem vorletzten Beitrag den Reigen der #fiblo12 Blogposts eröffnet habe, hat der @Wirtschaftsphilosoph den zweiten Beitrag der Reihe am 02. Juli auf seinem Blog veröffentlicht. Er beschreibt dort seine persönliche Anlagestrategie.

Es wäre schön, wenn weitere Blogger das bereits bekundete Interesse in Beiträge umsetzen. Gern verlinke ich an dieser Stelle auf die entsprechenden Posts.

Online-Umfrage zu Projekt #fiblo12

Nachdem ich mit meinem letzten Post eine kleine Lawine losgetreten habe, geht es nun weiter. Bei tricider.com habe ich die Frage gestellt:
“Welche finanziellen Grundlagen sollen behandelt werden?”

Unter diesem Link kann man Vorschläge in die Liste eintragen, über die dann später abgestimmt werden kann. Ich hoffe auf rege Beteiligung. (Und danke an @stheophil für den tricider-Vorschlag)

Projekt #fiblo12

Bei Twitter wurde vor kurzem angeregt, dass die deutschen/deutschsprachigen Wirtschafts-Blogger sich untereinander besser verknüpfen und ggf. gemeinschaftlich arbeiten könnten. Diese Idee finde ich sehr gut – und auch von weiteren Bloggern kamen positive Reaktionen. Unter dem Twitter-Hashtag #fiblo12 finden sich bereits einige Beiträge.

Da auf 140 Zeichen eine ausführlichere Abstimmung nur schwer möglich ist, beginne ich mal mit meinem, bereits auf Twitter geposteten Vorschlag.
Anlass war ein Bericht in der Wirtschaftswoche. Die Stiftung Warentest hat (mal wieder) die Kreditvergabepraxis von Filial- und Direktbanken überprüft. Die Ergebnisse waren (auch mal wieder) unschön (mit “katastrophal” wird  der Finanztest-Chefredakteur zitiert). Am Ende des Artikels weist Rolf Tilmes, Leiter des Private Finance Institute an der EBS European Business School, auf die mangelhafte finanzielle Grundbildung der (deutschen) Privatanleger hin.

An dieser Stelle können die Blogs ansetzen und gemeinsam versuchen, die finanzielle Grundbildung ihrer Leser zu verbessern. In Dirk Elsners MindMap mit den deutschen Wirtschaftsblogs lässt sich ablesen, wie viel Wissen bereits vorhanden ist. Wenn man dieses Wissen bündelt und untereinander verlinkt, sollte eine sehr gute Grundlagenserie herauskommen.

Mein Vorschlag ist, dass alle interessierten Wirtschaftsblogger zunächst eine Liste zusammenstellen, auf der die ihrer Meinung nach wesentlichen finanziellen Grundlagen aufgeführt werden. Mir persönliche läge da z.B. der Zusammenhang von Rendite und Risiko am Herzen. Wenn eine solche Liste erstellt wurde, kann sich jeder Blogger 1-2 Themen aussuchen und dazu einen Beitrag verfassen. Entweder werden alle Beiträge auf einem Blog zentral veröffentlicht und die beteiligten Blogger verlinken jeweils darauf oder jeder Autor veröffentlicht auf seinem eigenen Blog und die anderen verlinken die Artikel dieser Finanzgrundlagen-Serie. Aus Traffic-Aspekten ist vermutlich die zweite Variante die bessere.
Ausserdem würde ich vorschlagen, dass zum Erreichen einer möglichst breiten Leserschaft möglichst allgemeinverständlich geschrieben wird – wir leben (und schreiben) ja manchmal sehr tief in unserer Wirtschaftswelt. Damit liefern wir oftmals eine hohe Qualität, vergraulen aber möglicherweise viele interessierte “Laien”.

In den Kommentaren freue ich mich über Feedback und Vorschläge von Bloggern und Lesern!

Buchempfehlungen

Finanz.de hat 100 Blogger gebeten, ihre Lieblingsbücher zum Thema Finanzen zu nennen.

Die Liste, die dabei herausgekommen ist, möchte ich hier gern verlinken:

Buchfavoriten der Finanzblogger

Da sind einige sehr spannende Bücher dabei – Lesestoff für die Osterferien?

Roland Bergers Europäische Ratingagentur – Keine Schadenfreude

Heute berichtet die Financial Times Deutschland darüber, dass die Finanzierung des Berger-Projekts “Europäische Ratingagentur” stockt. Im Artikel wird die Summe von 300 Mio. Euro genannt, die eigentlich bis Ende 2011 aufgetrieben werden sollte. Der Initiator und Berger-Partner Markus Krall verschiebt den Start nun um “drei bis vier Monate”. Nach meinen Informationen waren 300 bis 500 Mio. Euro als Startfinanzierung für die ersten drei Jahre eingeplant.

Auf persönlicher Ebene könnte ich mich nun aus zwei Gründen freuen: einerseits hat sich meine – auch an dieser Stelle geäußerte – Kritik bestätigt. Andererseits hat einer meiner Mitbewerber Schwierigkeiten mit seinem Modell, was gut für meinen Ansatz sein sollte.

Ich freue mich jedoch nicht. Meine feste Überzeugung ist weiterhin, dass nur zusätzlicher, qualifizierter Wettbewerb das Oligopol auf dem Ratingmarkt durchbrechen kann und so die suboptimale Situation bereinigt wird. Auf professioneller Ebene finde ich es schade, dass dieses Ziel nun erst später erreicht werden kann.

Es existieren einige Ideen und Modelle zum Ratingmarkt, in der Politik und bei den europäischen Aufsichtsbehörden werden jedoch nur zwei Ansätze tatsächlich ernst genommen: mein Modell der institutsgruppeneigenen Ratingagenturen und das Berger-Modell einer Europäischen Agentur. Meiner Ansicht nach schliessen sich diese beiden Ideen nicht aus, sondern ergänzen sich sehr gut. Je mehr Wettbewerb herrscht, desto eher können sich die Marktteilnehmer für die (ex-post) guten Agenturen entscheiden. Die schlechten müssen aus dem Markt austreten – der normale Marktmechanismus.

Da ich aber weder völlig altruistisch bin noch von Roland Berger bezahlt werde (zumindest noch nicht!), möchte kurz die Probleme des Berger-Modells skizzieren und die Vorteile meines Ansatzes herausstellen.

Das erste Problem der Europäischen Ratingagentur scheint die Finanzierung zu sein, wie es im FTD-Artikel beschrieben wird. Ein weiteres Problem sind die Anforderungen des Berger-Modells an die europäische Politik und Aufsichtsbehörden. Zur Umsetzung sind einige Gesetzesänderungen nötig und auch datenschutzrechtlich gibt es wohl noch offene Fragen. Von der im FTD-Beitrag erwähnten öffentlichen Anschubfinanzierung will ich erst gar nicht sprechen. All dies führt zu Wettbewerbsverzerrungen, die ich ablehne.

Mit meinem Modell der institutsgruppeneigenen Ratingagenturen sind weder gesetzgeberische noch finanzielle Anforderungen verbunden. Die aktuelle Regulierung ist völlig ausreichend und eine Startfinanzierung obsolet. Ganz im Gegenteil führt mein Modell sogar zu finanziellen Einsparungen auf Seiten der Banken. Und auch mittelständische Firmen hätten den Vorteil, kostengünstiger ein anerkanntes Rating zu erhalten.

Abschliessend möchte ich noch einen weiteren Grund nennen, warum bei mir keine Schadenfreude aufkommen will. Durch den hohen Bekanntheitsgrad von Roland Berger, der sehr guten politischen und wirtschaftlichen Vernetzung und der guten Ressourcenausstattung – insbesondere im Vergleich zu buschmeier-consulting – ist das Thema Ratingmarkt häufig medial präsent. Und genau so, wie ich bei meinen Vorträgen oft nach der Europäischen Ratingagentur gefragt werde, ist mein Modell als einzige Alternative bei Roland Berger präsent. Dies ist ein wenig vergleichbar mit Apple, die zwar nicht an der Consumer Electronics Show (CES) teilnehmen, aber trotzdem (oder gerade deswegen?) auch im Fokus stehen.

Also wünsche ich Roland Berger und Herrn Krall viel Erfolg – allerdings bitte ich um Verständnis, wenn ich mich am Stiftungskapital nicht beteilige.

Finanzkommunikation

Meine hauptsächliche Beratungsleistung – Finanzkommunikation – erfreut sich zunehmender Beachtung. Nachdem ich in diesem Bereich seit einigen Jahren beratend tätig bin und bereits vor über einem Jahr im IHK-Magazin “Wirtschaft Nordhessen” einen entsprechenden Beitrag beisteuern konnte, veröffentlich nun die Financial Times Deutschland ein “Spezial Finanzkommunikation“. In verschiedenen Beiträgen werden Hinweise gegeben, wie Unternehmen die Kommunikation mit ihren Kapitalgebern verbessern können.

Ebenfalls zu diesem Thema fand vor einigen Tagen eine Veranstaltung in Kassel statt, initiiert von der Industrie- und Handelskammer. Auch hier wiesen verschiedene Experten auf die Wichtigkeit des Dialogs zwischen Unternehmen und Kreditgebern hin. Zu Gast waren u.a. der “Kreditmediator Deutschland” Hans-Joachim Metternich, der Geschäftsführer des Instituts für Kredit und Finanzwirtschaft der Ruhr-Universität Bochum, Prof. Stefan Stein und der Vorsitzende des Bundesverbandes der Kreditmediatoren, Rainer Langen.

Man kann nicht oft genug darauf hinweisen, dass eine gute, kontinuierliche Finanzkommunikation den Unternehmen Geld sparen kann. Diese Ersparnis überkompensiert die Kosten, die sich bei einer qualifizierten Beratung ergeben.

Fonds lohnen sich?

© handelsblatt.com

Das Handelsblatt titelt “Welche Fonds sich langfristig lohnen” – und dieser Beitrag kann nicht unkommentiert bleiben.

Die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) hat zusammen mit dem Institut für Vermögensaufbau (IVA) knapp 2.400 Investmentfonds untersucht. Damit wollen sie Privatanleger beim Vermögensaufbau unterstützen. An dieser Stelle werde ich keine Best-of-Liste übernehmen. Wer nach meinen Hinweisen tatsächlich daran Interesse hat, findet sie unter dem Handelsblatt-Link. Einige Aussagen des Artikels sind es jedoch wert, hier zitiert zu werden.

Die Ergebnisse sprechen für die sorgfältige Auswahl der Fonds. Auf Sicht von zehn Jahren erzielte laut DSW nur etwas mehr als jeder fünfte Fonds mehr Rendite als der vergleichbare Index. Wer also in einen dieser 431 Fonds investierte, machte ein gutes Geschäft. „Einem Großteil der Produkte gelingt es leider nicht, die hohen Erwartungen langfristig zu erfüllen“.

Bei dieser Untersuchung sind die “hohen Erwartungen” also eine Rendite in Höhe der Benchmark – was den meisten Fonds misslingt. Will ein Privatanleger also z.B. in deutsche Aktien investieren, schaffen es nur wenige Fonds, den DAX zu schlagen.

Keine neue Erkenntnis – kann aber nicht oft genug wiederholt werden.

Irritiert hat mich der erste Satz: dieses miserable Ergebnis erzielten sorgfältig ausgewählte Fonds?! Sind das schon die Besten? Wurden nur aktiv gemanagte Fonds betrachtet, oder sind auch passiv gemanagte Indextracker dabei? Neben der Frage nach den Kosten des Fondsmanagements würde das erklären, dass einige Fonds immerhin in die Nähe der Benchmark kommen – wenn sie sie nachbilden.

Schön ist auch ein weiterer Absatz, den ich hier zitieren möchte:

Vorwürfe, dass Fondsmanager vor allem Geld kosten, aber kaum Mehrwert bringen, weist der Testleiter aber zurück. „Die meisten langfristig agierenden Fonds liegen mit ihrer Rendite nach Kosten immerhin in der Nähe der Benchmark“, sagt Beck. Selbst mit durchschnittlichen Fonds würden Anleger deutlich besser fahren als mit vielen anderen Anlageprodukten. Zahlreiche Fondsmanager erzielen langfristig positive Renditen.

Die meisten Fonds liegen nach Kosten “in der Nähe der Benchmark”? Ein toller Erfolg! Und “zahlreiche Fondsmanager” erzielen doch tatsächlich positive Renditen. Ich komme aus dem Jubeln kaum heraus!(Anmerkung: positive Renditen finde ich ausschliesslich dann erwähnenswert, wenn der Markt/die Benchmark sich negativ entwickelt hat.) Und selbst durchschnittliche Fonds sind besser als viele andere Anlageprodukte? Welche? Das Sparbuch? Lebensversicherungen? Geschenkt!

Abschliessend empfehlen die Studienleiter dem Privatanleger Aktienfonds oder ETFs (Exchange-Traded Funds). Ich unterstelle, dass die Autoren mit ETFs passiv gemanagte Indexfonds meinen, da auch viele aktiv gemanagte Fonds an der Börse gehandelt werden und sonst diese Unterscheidung im Artikel keinen Sinn machen würde. Dabei ist es wichtig zu wissen, dass es zum Teil enorme Kostendifferenzen zwischen aktiv und passiv gemanagten Fonds gibt. Und wie der Handelsblatt-Beitrag deutlich macht, ist das Fondsmanagement in den meisten Fällen das Geld nicht wert.

Was man der Studie nicht vorwerfen kann, aber dennoch als Problem bekannt sein sollte: Banken empfehlen in der Regel Investmentfonds ihres eigenen Verbundes, “unabhängige” Vermittler empfehlen im Zweifel die Produkte, für die sie die höchste Verkaufsprovision erhalten.

Die eigentliche Empfehlung, die sich aus dieser Untersuchung ergibt, ist doch:

langfristige, gut diversifizierte Anlage in Indexfonds/ETFs, die möglichst geringe Gebühren verlangen sollten.

Die noch günstigere Alternative – Indexzertifikate – kann ich seit Ausbruch der Finanzkrise und der Pleite von Lehman heute nicht mehr uneingeschränkt empfehlen. Die Erfahrung aus 2008 lehrt, dass das Emittentenrisiko nur schwer eingeschätzt werden kann.

NACHTRAG: gerade sehe ich, dass auch der Spiegel Online einen Artikel zu der Untersuchung geschrieben hat – hier klingt das dann doch etwas anders als beim Handelsblatt…. Titel: “Studie entlarvt Fondsmanager als Geldvernichter”.

NACHTRAG 2 – wieder von Spiegel online: “Fondsmanager produzieren extrem teure, heisse Luft.” Nach einer Studie würden 1,3 Billionen Dollar durch die Geldindustrie vernichtet.

Restriktive Kreditvergabe

Während ich mich hier in Grundsatzdiskussionen vertiefe, hat Dirk Elsner vom BlickLog einen schönen, praxisrelevanten Beitrag verfasst.

In “Finanzierung und restriktive Beleihungswerte” berichtet er über das extrem risikoaverse Verhalten der Banken. In seinem Beispiel kritisiert Elsner den Beleihungswert von Sicherheiten i.H.v 40%. In diesem Fall handelt es sich um die Vorfinanzierung marktgängiger Produkte für einen mittelständischen Großhändler.

Aus meiner Sicht macht dieses Beispiel wieder einmal deutlich, vor welchem Dilemma Banken und Bankaufsicht stehen. Einerseits ist eine wesentliche Aufgabe der Banken die Kreditversorgung der Wirtschaft. Andererseits verleihen Banken nicht ihr eigenes Geld, sondern das ihrer Anleger. Dementsprechend muss Vorsorge getroffen werden, damit die Institute kein zu hohes Risiko eingehen.

Um Risiken für den Bankanleger zu verringern schreiben die Baseler Vorschriften eine risikoadjustierte Unterlegung aller Kredite mit Eigenkapital vor. Je höher das Kreditrisiko ist, desto höher ist die Eigenkapitalunterlegungspflicht. Das Eigenkapital erfüllt damit zwei Aufgaben: es induziert eine Selbstbindung der Banken und dient als Risikopuffer.

Ohne an dieser Stelle genauer auf die Einzelheiten einzugehen, muss jeder Kredit mit ca. 8% Eigenkapital unterlegt werden. D.h. für einen Kredit i.H.v. 1.000.000 Euro muss die Bank 80.000 Euro Eigenkapital vorhalten. Durch Sicherheiten lässt sich die Höhe der Eigenkapitalanforderung verringern.

In der letzten Zeit werden die rd. 8% Eigenkapitalunterlegung häufig als zu niedrig betrachtet. Viele Politiker und Wissenschaftler vertreten die Meinung, dass 12% -15% eher angemessen seien. Die wichtigste Frage, die sich der Bankaufsicht in diesem Zusammenhang stellt, ist: was ist die “richtige” Höhe der Eigenkapitalunterlegung?

Es besteht ein trade-off zwischen der Sicherheit für die Bankanleger und der Kreditvergabe an Unternehmen. Je höher die Eigenkapitalanforderungen sind, desto “sicherer” sind die Einlagen der Anleger. Gleichzeitig wird es jedoch teurer und schwieriger für Unternehmen, Kredite zu erhalten.

Vorschläge zur Lösung dieses Problems lese ich gern in den Kommentaren.

Bankengespräche und Finanzierung

Zum Wochenende möchte ich heute einmal explizit auf einen Blogbeitrag von Dirk Elsners BlickLog hinweisen.

Er hat die Folien zu seinem Vortrag über Bankengespräche und Finanzierung zum Download bereitgestellt. Für interessierte Unternehmen und Unternehmer ist diese stichwortartige Zusammenstellung sicher aufschlussreich.

Und hier der Link: Bei den Wirtschaftsjunioren Hamburg: Bankengespräche und Finanzierung

Mittelstand ringt um bessere Ratings bei Banken

© handelsblatt.com

Gastbeitrag von Michael Multhaupt:

In der Onlineausgabe des Handelsblatt vom 30. April 2010 wird berichtet, dass das Bewertungssystem (internes Rating) der Banken die mittelständischen Unternehmen bei der Kreditvergabe überfordern. In dem Beitrag wird von einem IT-Unternehmer berichtet, der dank seiner Controllerin die Ratingnoten unter Bezugnahme der Bewertungskriterien analysieren konnte und somit eine bessere Ratingnote bei seiner Bank durchsetzte.

Ausschlaggebend ist, dass eine gute Ratingnote – nicht nur für Griechenland – für viele Unternehmen überlebenswichtig ist. Durch das Rating wird seitens der Banken beurteilt, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass der Kunde sowohl den Kredit als auch die Zinsen zurückzahlen kann. Ist die Bonität schlecht, ergeben sich daraus teure Kreditkonditionen. Es ist wichtig festzuhalten, dass in der jetzigen Zeit (Wirtschaftskrise! – Ausmaß unbekannt) die kreditgebenden Institute teilweise allzu hohe Risiken scheuen und die Kreditnehmer noch stärker als in den vergangenen Jahren kontrollieren. Dies gilt sowohl vor als auch nach der Kreditvergabe.

Laut Handelsblatt sind Branchen wie die Automobilbranche, die Maschinenbauer und die metallverarbeitende Industrie besonders betroffen und deren Reserven aufgezehrt. Gemäß einer Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK) wurde festgestellt, dass bei jedem viertem Unternehmen, die Kreditkonditionen schlechter seien als 2009. Etwa 100 000 Firmen (3 %) bekommen aufgrund der schlechten Bewertung kein Geld mehr. Es wird seitens der Banken mehr Sicherheiten und Transparenz verlangt. Festzuhalten bleibt auch, dass nach einer Umfrage des Mannheimer Instituts für Mittelstandsforschung die Bewertungen für 2010 schlechter ausfallen werden, da die Ratings sich auch auf das Krisenjahr 2009 beziehen und die Zahlen des vorangegangenen Jahres einen erheblichen Einfluss haben.

Nach Aussage von Johann Eekhoff, Präsident des Instituts für Mittelstandsforschung (IfM), sind “[...]die Risiken von Krediten heute eindeutig höher als zuvor“. Untermauert wurde diese Aussage durch Norbert Winkeljohann, der bestätigte, dass viele Banken einen Wertberichtigungsbedarf in ihren eigenen Bilanzen spüren. Daraus folgt, dass in Zukunft weniger Risiken eingegangen werden, wenn die Banken einerseits Wertberichtungen vornehmen müssen und andererseits die Unternehmen ihr Eigenkapital aufgezehrt haben. Somit muss in Zukunft die Kreditwürdigkeit stärker als in der Vergangenheit bewiesen werden.

Weiterführend stellt der Bericht dar, dass von vielen Unternehmen die Bedeutung von Ratings noch nicht erkannt wurde und viele Unternehmen die Ratings nicht durchschauen und ihre Bewertung noch nicht einmal kennen. In dem vorangegangen Blogbeitrag “Externes Rating für bessere Kreditkonditionen” wurde auf die wichtigsten Kriterien quantitativer und qualitativer Art hingewiesen. Zu beachten ist auch, dass die quantitativen Faktoren eine stärke Gewichtung haben als die qualitativen Gegebenheiten. Die ist vor allem bei kleinen und mittleren Unternehmen zu beachten. Die wichtigsten Kriterien beim Rating sind die Liquidität bzw. der Cash-Flow, da Liquiditätsprobleme meist zu einer Insolvenz führen.

Es bleibt festzuhalten, dass es wichtig ist, gegenüber den Banken mit offenen Karten zu spielen und die Probleme nicht zu verstecken, sondern diese gegenüber den Banken offen zu kommunizieren, da diese zeitverschoben unter Umständen dann doch sichtbar werden und es dann zu spät sein kann.

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