Artikel mit Schlagwort ‘ Interessant ’

Ratingagentur verurteilt

Zum ersten Mal wurde eine Ratingagentur von einem Gericht zu Schadenersatz verurteilt.
Das australische Bundesgericht hat, als höchstes Gericht des Landes, Standard & Poor’s zu einer Entschädigungszahlung i.H.v. 30 Mio. Australischen Dollar verurteilt. Entschädigt werden australische Gemeinden, die auf ein AAA-Rating für ABN Amro vertrauten und mehr als 90% ihres angelegten Kapitals verloren.

Die Investitionssumme in 2006 betrug insgesamt 16 Mio. Austral. Dollar, die Gemeinden erhalten ihr Geld zu rund einem Drittel zuzüglich Zinsen zurück. S&P hat bereits angekündigt, gegen das Urteil Rechtsmittel einlegen zu wollen.

Damit spielt Australien die Vorreiterrolle – dieses Urteil dürfte enorme Auswirkungen auf die Ratingbranche weltweit haben.

(Quelle: Handelsblatt)

Buchempfehlungen

Finanz.de hat 100 Blogger gebeten, ihre Lieblingsbücher zum Thema Finanzen zu nennen.

Die Liste, die dabei herausgekommen ist, möchte ich hier gern verlinken:

Buchfavoriten der Finanzblogger

Da sind einige sehr spannende Bücher dabei – Lesestoff für die Osterferien?

In eigener Sache #2

Und schon wieder eine Mitteilung in eigener Sache:

seit einiger Zeit leite ich den neu gegründeten Studienort der Internationalen Berufsakademie IBA in Kassel.

Banner und Link finden sich unter meiner weiterhin bestehenden Unternehmensberatung.

Für die IBA Kassel suchen wir nun Unternehmen, die Interesse an einer dualen Ausbildung ihrer Nachwuchskräfte haben. Innerhalb von drei Jahren führen wir die Mitarbeiter zu einem anerkannten Bachelorabschluss in BWL, Wirtschaftsinformatik und Ingenieurwesen. Selbstverständlich suchen wir auch Studenten, die Studium und Praxiserfahrung verbinden möchten. Bei Bedarf vermitteln wir Unternehmen bzw. Studenten.

Weitere Informationen finden sich auf unserer Homepage, wir beantworten gern alle Fragen.

Sparkassen wollen Deutsche Bank zerschlagen

Auf Twitter habe ich einen Link von @Gedankenpflug gelesen und kommentiert, was zur einer Frage führte, die in 140 Zeichen nicht vernünftig zu beantworten ist. Ausserdem ist das Thema durchaus einen Blogbeitrag wert.

Der Link führt zur Börsenzeitung, die über einen Vorschlag aus dem Sparkassenlager berichtet. Der Präsident des Sparkassen- und Giroverbands Hessen-Thüringen fordere die Zerschlagung der Deutschen Bank. Begründet wird dies mit der Tatsache, dass die Bilanzsumme der Deutschen Bank nahezu die Höhe des Bruttoinlandsprodukts erreiche. Es handele sich nicht mehr um das Problem des “too big to fail” sondern um “too big to save”.

Dazu lässt sich eine Menge anmerken. Ganz sicher ist “too big to fail” ein Problem, das dringend gelöst werden muss. Ob eine Zerschlagung aller Banken, die dieses Kriterium erfüllen – wer bestimmt das eigentlich? – , eine geeignete Vorgehensweise ist, wage ich zu bezweifeln. Ich hoffe, den Experten im Baseler Ausschuss, bei der BaFin und Bundesbank fallen andere, vernünftige Lösungen ein.

Und dass gerade das öffentlich-rechtliche Lager diese Zerschlagungsforderung bringt, führt bei mir zu einigen Assoziationen.

1. Die offensichtlichste: welche deutschen Kreditinstitute waren nochmal am stärksten von der Finanzkrise betroffen und mussten bzw. müssen noch immer öffentlich-rechtlich gerettet werden? Und erfüllt nicht auch die Bilanzsumme der größeren Landesbanken das “too big to fail”-Kriterium? Von der WestLB will ich erst gar nicht anfangen.

2. Auf Betreiben der Großbanken verlor der öffentlich-rechtliche Sektor vor einigen Jahren das Privileg der Anstaltslast und Gewährträgerhaftung. Nach europäischer Rechtsprechung führe dies zu Wettbewerbsverzerrungen in Form von günstigerer Refinanzierung insbesondere der Landesbanken. Die Forderung nach einer Zerlegung der Deutschen Bank hat ein wenig den Beigeschmack von Rache. Dass nicht auch die Zerschlagung der Commerzbank gefordert wurde hängt vermutlich damit zusammen, dass sie zu 25% in Staatsbesitz ist. Also ist sie eigentlich auch eine Sparkasse.

Meines Erachtens liegt der Zerschlagungsforderung nichts anderes als der Versuch zu Grunde, unliebsame Konkurrenten zu schwächen. Und nicht über den Mechanismus des Wettbewerbs, sondern mittels juristischer Massnahmen. Aber den Mitgliedern der Linken in den Verwaltungsräten gefällt dieser Vorschlag bestimmt.

Deutschlands größte Banken

Das Handelsblatt hat eine aktuelle Aufstellung der größten deutschen Banken veröffentlicht. Die Größe wurde gemessen anhand der Bilanzsumme. Was auffällt ist, dass sehr viele staatliche (bzw. teilstaatliche) Banken in der Liste auftauchen. Es existieren ja auch fast keine anderen mehr.  Interessant ist der Abstand bei den Bilanzsummen.

  1. Deutsche Bank, Bilanzsumme 1.500 Mrd. Euro (die Postbank wird noch gesondert auf Platz 11 geführt mit einer Bilanzsumme von 227 Mrd. Euro)
  2. Commerzbank (25% Staatsbeteiligung), Bilanzsumme 844 Mrd. Euro
  3. Landesbank Baden-Württemberg (LBBW, staatl.), Bilanzsumme 412 Mrd. Euro
  4. Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW, staatl.), Bilanzsumme 400 Mrd. Euro
  5. DZ Bank (genossenschaftlich), Bilanzsumme 389 Mrd. Euro

Die vollständige Liste mit 20 Banken ist hier zu finden (Bildergalerie).

Inside Job

Inside Job ist eine Dokumentation über die Finanzkrise. Der Trailer sieht interessant aus:

Keeping my readers busy

Heute nur ein kurzer Link auf die Seite businesspundit. Dort findet sich eine hervorragende Zusammenstellung der

20 Must-See Business TED Talks

Es finden sich u.a. Videos der Reden von Steve Jobs, Seth Godin, Bill Gates, Malcolm Gladwell.

Viel Spass.

Krise des Kapitalismus

Inhaltlich muss man nicht allen Aussagen zustimmen, aber das Video ist wirklich klasse gemacht.

(gefunden beim Bloggerforum Wirtschaft)

Herrhausen auch im Handelsblatt

© handelsblatt.com

Das Handelsblatt veröffentlicht in einer Serie Artikel eines Essay-Wettbewerbs, in denen an den von der RAF ermordeten Vorstandssprecher der Deutschen Bank, Alfred Herrhausen, erinnert werden soll. Donnerstags kommen dort verschiedene Herrhausen-Laureaten zu Wort, aktuell Stefan Heß (Handelsblatt Nr. 034 vom 18.02.2010, S. 18, online nur als Premium-Content).

Der Titel des Wettbewerbs lautet:
“ALFRED HERRHAUSEN HEUTE: ETHISCHE GRUNDLAGEN DES UNTERNEHMERTUMS”
Unternehmer brauchen die Akzeptanz der Gesellschaft
Verantwortungsvolles Handeln stand im Mittelpunkt von Herrhausens Denken. Moderne Unternehmer sollten das wiederentdecken.”

In seinem sehr guten Beitrag wirft Heß die Frage auf, ob Herrhausen aus RAF-Sicht eine Bedrohung für alte Feindbilder war. “Ein moderner Bankmanager mit sozialer Verantwortung und ökologischem Gewissen, der sich sogar für einen Teilschuldenerlass für die Länder der Dritten Welt engagierte – hier drohte das festgefahrene Weltbild der Attentäter aus den Fugen zu geraten.”

Die Lektüre des Handelsblatts ist ohnehin immer lohnenswert, dieser Essay-Wettbewerb ist eine zusätzliche Bereicherung.

(In diesem Blog hat der Gastautor Michael Multhaupt vor einigen Tagen einen Beitrag zu Alfred Herrhausen veröffentlicht.)

NACHTRAG: der Beitrag ist nun online verfügbar.

Anlegerschutz

In der WirtschaftsWoche Nr. 3 vom 18.01.2010 findet sich unter dem Titel “Achtung, Anlegerschutz!” ein sehr interessanter Beitrag (online leider nur als Premium-Content). Der Artikel behandelt die seit 01.01.2010 vorgeschriebene detaillierte Protokollierung der Beratungsgespräche im Anlagegeschäft der Banken. Mit dem Gesetz soll erreicht werden, dass Bankkunden besser vor Falschberatung geschützt sind. Verschiedene Kritikpunkte werden von den Wiwo-Autoren zu Recht vorgebracht, so z.B. die Tatsache, dass dieses Gesetz nur für die vom Gesetzgeber als “Wertpapiere” eingestuften Anlageprodukte gilt. Riskante Schiffs- oder US-Immobilienfonds fallen nicht in diese Kategorie. Und als besonderes Bonbon: für freie Vermittler von Finanzvertrieben gilt die Protokollpflicht nicht. Die Strukturvertriebe werden sich freuen.

Hauptgrund für diesen Blogpost ist jedoch die Aussage eines Rechtsanwalts. Er wird zitiert mit den Worten:

Viele Berater werden äußerst zurückhaltend agieren und im Zweifel lieber risikolose Standardprodukte empfehlen, statt offen zu reden und auch mal einen Geheimtipp anzupreisen.

Mal einen Geheimtipp anpreisen?

Hoffen wir für seine Mandaten, dass er kein Fachanwalt für den Finanzbereich ist. Ansonsten empfehle ich nochmals die Lektüre des Wertpapierhandelsgesetzes (WpHG). Sofern dieser “Geheimtipp” auf Insiderwissen beruht, sollte der Handel damit bzw. die Weitergabe dieses Wissens vermieden werden. Aber vielleicht ist er Anwalt für Strafrecht.

Möglicherweise beruhen die “Geheimtipps” nicht auf Insiderwissen. Dann hat der Bankberater aber sehr großes Vertrauen in seine Glaskugel. Und altruistisch ist er auch, wenn er lieber weiter bei der Bank oder Sparkasse Geheimtipps empfiehlt – statt selbst damit zu handeln und sich von dem Gewinn eine kleine Insel zu kaufen, z.B. Australien.

Glaubt – außer dem zitierten Anwalt – tatsächlich jemand, dass der freundliche junge Mann mit der Mickey-Maus-Krawatte ernsthaft über gewinnbringendes Geheimwissen verfügt? Und dieses dann völlig uneigennützig an seine Kunden weitergibt?

Follow

Bekomme jeden neuen Artikel in deinen Posteingang.

Schließe dich 2.513 Followern an