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BankingBlog von Andreas Buschmeier

Artikel verschlagwortet mit ‘Theorie

Freerisk

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Ein sehr spannendes Projekt – Freerisk. (gefunden bei @computerwoche)

„Freerisk is a project with the goal of making freely available the data, algorithms and tools necessary to perform risk modeling. We believe that risk management is too important to society to be an arcane subject or competitive advantage.“

Rating mittels Crowdsourcing – dazu ein interessantes Video:

Geschrieben von Andreas Buschmeier

2. Juli 2009 um 10:29

Veröffentlicht in Finanzkrise, Rating

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Bundesbank fordert geringeren Einfluss der Ratingagenturen

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© www.bundesbank.de

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Die FAZ berichtet heute, dass die Bundesbank auf einer Tagung zur Bankenaufsicht einen geringeren Einfluss der externen Ratingagenturen auf die Kapitalanforderungen fordert. Insbesondere für Verbriefungen und strukturierte Produkte sollte den großen amerikanischen Agenturen keine bevorzugte Stellung mehr eingeräumt werden. Obwohl die Kreditinstitute die Wertpapiere auch mit eigenen Verfahren bewerten, müssen sie zur Ermittlung der aufsichtlichen Risikogewichtung externe Ratings verwenden.

Aufgrund des fehlenden Vertrauens in die Beurteilungen der externen Agenturen wird vorgeschlagen, übergangsweise eine Standardrisikogewichtung für Verbriefungen einzuführen. Damit soll die prozyklische Wirkung der Basel II-Regeln verringert werden, da die Eigenkapitalanforderungen der Banken in diesem Fall durch eine Ratingherabstufung nicht mehr beeinflusst werden.

Da die Bundesbank den Ratingagenturen explizit das Vertrauen abspricht und implizit die bankinternen Verfahren für zumindest gleichwertig befindet, stellt sich die Frage, warum sich der Vorschlag lediglich auf Verbriefungen bezieht.

Es existiert schliesslich ein Modell, das die Kreditinstitute bei Bonitätsbewertungen aufsichtlich auf eine Stufe mit den Ratingagenturen stellt.

>> Modell zur Förderung des Wettbewerbs und der Transparenz auf dem Ratingmarkt

Geschrieben von Andreas Buschmeier

1. Juli 2009 um 09:44

Vermögensteuer für Dummies – Ein Märchen

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© www.naju-brandenburg.de

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Als Kommentar zum Wahlprogramm der Linken hier ein Märchen:

Es waren einmal zwei Männer, die besaßen jeder ein Apfelbäumchen.

Der eine Mann hatte dieses Apfelbäumchen von seinem bereits versteuerten Einkommen gekauft, um im Alter etwas zu Essen zu haben.

Der andere hatte das Bäumchen geerbt von seinem Vater, der es ebenfalls von seinem bereits versteuerten Einkommen gekauft hat. Dieser Mann hatte Glück, denn er konnte die Erbschaftsteuer zahlen und musste nicht zur Bedienung der Steuerforderung das Bäumchen fällen und das Holz verkaufen.

Jedes Jahr ernteten die Männer jeweils 10 Äpfel von ihren Bäumchen. Davon gaben sie jeweils vier an das Finanzamt ab.

Da aber nicht alle Menschen in diesem Land ein Apfelbäumchen besaßen, wurden aus diesen qua definitionem böse Millionärsapfelbäume.

In einem nicht nur für Apfelbauern schwierigen Jahr beschlossen zwei körpergrössenmäßig vertikal herausgeforderte Oberförster, dass die Männer nicht nur mehr als die Hälfte der geernteten Äpfel abgeben sollten, zusätzlich wurde von jedem Bäumchen 5% pro Jahr abgesägt.

Die beiden Männer wollten ihre Apfelbäumchen nicht ausgraben und in einem wärmeren Land neu einpflanzen – schliesslich hatte ja niemand die Absicht, eine Mauer um das Land zu bauen. Also blieben die beiden nunmehr bösen Millionärsapfelbaumbauern in dem Land.

Nach einigen Jahren ernteten die Männer vom Baumstumpf die Medaille „Held der Arbeit“.

Geschrieben von Andreas Buschmeier

29. Juni 2009 um 13:07

Veröffentlicht in Allgemein, Politik

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Geplante Neufassung der MaRisk

mit 2 Kommentaren

© mgm-cp.com

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Im Februar 2009 hat die BaFin einen Entwurf zur Neufassung der MaRisk veröffentlicht und die Verbände um eine Stellungnahme bis zum 23.03. gebeten.

In dieser Neufassung wird die ausschliessliche Verwendung externer Quellen im Rahmen der Kreditentscheidung ersatzlos gestrichen. In BTO 1.2 soll mit einer neuen Tz. 4 folgende Vorschrift eingefügt werden: „Die Verwendung externer Bonitätseinschätzungen enthebt das Institut nicht von seiner Verpflichtung, sich ein eigenes Urteil über das Adressenausfallrisiko zu bilden.“

Auf den ersten Blick scheint dies selbstverständlich, es konterkariert jedoch den Standardansatz (KSA) nach Basel II. Dieser bestimmt die Höhe der Eigenkapitalunterlegung für jeden einzelnen Kredit in Abhängigkeit des externen Ratings des jeweiligen Kreditnehmers. Ursprünglich sollte der Standardansatz die einzige Möglichkeit zur Bestimmung der Eigenkapitalunterlegung sein. Nach verschiedenen Interventionen wurde als Alternative die Möglichkeit bankinterner Ratings zur Bestimmung der Eigenkapitalunterlegung eingefügt (IRBA).

Das Vertrauen in die Urteile der externen Ratingagenturen ist nicht erst seit Ausbruch der Finanzkrise getrübt. Bereits seit Jahren gab es gravierende Fehleinschätzungen auf Seiten der Agenturen. Diese geplante Neufassung der MaRisk entzieht den externen Ratings nun endgültig das Vertrauen im Hinblick auf die Kreditvergabeentscheidung der Banken.

Auch dies mag prima facie gerechtfertigt sein. Doch insbesondere zwei Fragen wirft dieses Vorgehen auf:

1. Wie wird zukünftig die Eigenkapitalunterlegung geregelt? Entweder wird der KSA obsolet, oder die Banken haben ein Wahlrecht, ob sie ihr internes Rating oder ein ggf. vorhandenes externes Rating als Grundlage zur Berechnung der Eigenkapitalunterlegung heranziehen. (In der Neufassung der MaRisk wird nicht explizit der IRBA genannt, die geplante Änderung führt jedoch zwangsläufig zu einem von der BaFin anerkannten internem Rating. Sonst ergibt diese Änderung keinen Sinn. Wie sonst soll eine gute Qualität der kreditinstitutseigenen Bonitätseinschätzung gewährleistet werden?). Im Ergebnis werden die Kreditinstitute natürlich das Ratingergebnis zur Eigenkapitalunterlegung wählen, welches die geringere Eigenkapitalanforderung bedingt. Das kann von der Aufsichtsbehörde nicht gewollt sein.

2. Was bedeutet diese implizite (negative) Einschätzung der Qualität von externen Ratings durch die Aufsichtsbehörde für die Kapitalmärkte? Investoren, die Unternehmensanleihen kaufen, haben i.d.R. nicht die Möglichkeit, den Emittenten einer ausführlichen Bonitätseinschätzung zu unterziehen. Alle Investoren sind also weiterhin abhängig von dem Urteil der Ratingagenturen. Für eine Kreditvergabeentscheidung der Banken scheint dieses Urteil jedoch nicht auszureichen. Kann es dann für die Kapitalmarktteilnehmer ausreichen?

Diese zwei Punkte sprechen, neben verschiedenen anderen Argumenten, vielmehr dafür, die Qualität und Glaubwürdigkeit externer Ratings zu verbessern. Und dies kann lediglich über mehr Wettbewerb und eine höhere Transparenz auf dem Ratingmarkt erreicht werden. Dazu existieren bereits verschiedene Ansätze, u.a. das „Modell zur Förderung des Wettbewerbs und der Transparenz auf dem Ratingmarkt [...]“ vom Autor dieses Blogs.

Geschrieben von Andreas Buschmeier

20. März 2009 um 11:59

Nichts wirklich neues….

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Es wird höchste Zeit, dass an dieser Stelle mal wieder ein neuer Beitrag zu lesen ist. Aber momentan beschäftigt sich die Wirtschaftspresse mit Kritikpunkten an Basel II, auf die schon vor Jahren hingewiesen wurde. Also keine Eile. Das Handelsblatt will dabei „Licht ins Dunkel“ von Basel II bringen und Antworten auf die Fragen liefern, warum die Eigenkapitalverordnung kurz nach ihrer Einführung gescheitert scheint. Dabei muss lobend erwähnt werden, dass rund acht Jahre nach der Veröffentlichung eines Papers mit (wissenschaftlichen) Kritikpunkten an Basel II das Handelsblatt die wichtigsten Aussagen einer wirtschaftlich interessierten Öffentlichkeit präsentiert. (Handelsblatt)

An dieser Stelle werden zwei Punkte des Papers kurz herausgegriffen und skizziert:

  1. die Regelungen von Basel II wirken prozyklisch
    In wirtschaftlich schwierigen Zeiten fällt es Kreditinstituten schwer, Eigenkapital zu attrahieren. Um den gesetzlichen Anforderungen zu genügen bleibt ihnen nur die Möglichkeit, weniger Kredite zu vergeben bzw. Kreditlinien zu kündigen. Dies zieht andere Unternehmen in die Krise und verstärkt sie.
  2. Basel II setzt sehr großes Vertrauen in Ratingagenturen
    Nach den Erfahrungen mit Enron und zuletzt Lehman Brothers erübrigt sich hier ein Kommentar.

Das Diskussionspapier wurde an der London School of Economics erarbeitet: Danielsson, Jon et al. (2001): An Academic Response to Basel II, LSE Financial Markets Group, Special Paper No 130, May 2001, London.

Aus heutiger Sicht wirkt es geradezu prophetisch.

Geschrieben von Andreas Buschmeier

11. Februar 2009 um 18:06

Veröffentlicht in Aufsicht, Finanzkrise, Rating, Regulierung

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Staatsbankrott bei AA+?

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Im Zuge der Finanzkrise hat die Ratingagentur Standard&Poor’s (S&P) verschiedene Länder herabgestuft bzw. die Herabstufung angedroht. So wurden Griechenland von A auf A- herabgesetzt, Spanien von AAA auf AA+ und Portugal von A+ auf AA-. Irland und Großbritannien stehen unter verschärfter Beobachtung der Agenturen.

Die deutsche Wirtschaftspresse sieht aufgrund dieser Entwicklung schon den ersten Staatsbankrott der Euro-Zone herannahen. Im Fall Spaniens handelt es sich um die zweitbeste Ratingnote. Die offizielle Definition von S&P lautet:
„AA: An obligation rated ‘AA’ differs from the highest-rated obligations only to a small degree. The obligor’s capacity to meet its financial commitment on the obligation is very strong.“ (Ratingnotation S&P)

Drei Fragen drängen sich in diesem Zusammenhang auf:
1. Welche Aussagekraft habe die Ratingnoten, wenn bereits bei AA+ ein Staatsbankrott befürchtet wird?
Wird die Note ihrer Definition gerecht? Zumindest in der Wahrnehmung der Marktteilnehmer bezüglich sovereign ratings? Beginnt neuerdings der speculative grade bereits bei AA+?

2. Weshalb kritisiert die Wirtschaftspresse die Agenturen dafür, dass sie ihre Arbeit machen?
Eine Überschrift der FTD lautet: „Ratingagentur S&P bestraft Portugal„. Das ist natürlich eine subjektive Meinung. Leider bestimmt sie die öffentliche Wahrnehmung des Sachverhalts. S&P hat die Bonitätseinstufung eines Landes verändert – das ist u.a. die Aufgabe von Ratingagenturen.
Unabhängig von der Frage, wie valide diese neue Ratingnote tatsächlich ist, in den Fällen Enron oder Lehman Brothers hätte man sich von den Agenturen eine Überprüfung und Änderung der Ratingnote wesentlich früher gewünscht.

3. Wie hätte eine staatliche/europäische Ratingagentur in einem solchen Fall gehandelt?
Im Laufe des letzten Jahres kam von Seiten der Politik häufig der Wunsch nach einer „eigenen“ staatlichen deutschen oder europäischen Ratingagentur auf. Begründet wurde dies mit der Dominanz der amerikanischen Anbieter, ökonomisch interessierte Volksvertreter konnten auch noch die oligopolistische Marktstruktur angeben.
Hätte eine spanische Ratingagentur wirklich den eigenen Staat herabgestuft und in der derzeitigen Situation die Finanzierungskosten des Landes erhöht? Hätte die Politik keinen Einfluss auf ihre staatliche Agentur genommen?

In diesen Zusammenhang passt eine Meldung vom 12.01.2009 (FTD), dass die EU-Kommission gegen S&P ein Verfahren wegen Ausnutzung einer marktbeherrschenden Stellung eröffnet hat.
Es ist unbestritten, dass auf dem Ratingmarkt kein ausreichender Wettbewerb herrscht. Ob jedoch eine stärkere Regulierung in Form von staatlicher Aufsicht und strengeren Transparenzregeln tatsächlich zu valideren Ratings führt, darf angezweifelt werden.

Ein Modell zur Verbesserung des Wettbewerbs und der Transparenz auf dem Ratingmarkt (unter Berücksichtigung der Besonderheiten der deutschen Bankenstruktur) existiert.

Geschrieben von Andreas Buschmeier

23. Januar 2009 um 15:54

Veröffentlicht in Aufsicht, Finanzkrise, Rating, Regulierung

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The only way is up? Ursachenstudie Finanzkrise

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© www.manager-magazin.de

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Das Handelsblatt berichtet über eine Ursachenstudie von vier Volkswirten der US-Notenbank (Fed), die die Frage beantworten will, warum die Marktteilnehmer von dem Platzen der Subprime-Kredite überrascht wurden
(http://www.handelsblatt.com/politik/wissenswert/warum-hat-niemand-die-krise-kommen-sehen;2128897).

Demnach lag der entscheidende Fehler in der viel zu optimistischen Einschätzung der Häuserpreisentwicklung. Analysten von Lehman Brothers gingen noch 2005 davon aus, dass mit 80%iger Wahrscheinlichkeit auch in Zukunft die Preise jährlich um 5% oder mehr steigen. Fallenden Immobilienpreisen über einen längeren Zeitraum wurde eine Wahrscheinlichkeit von 5% zugesprochen.

Psychologische Faktoren, d.h. die menschliche Natur, seien die Hauptursache. Zum Beispiel überzogener Optimismus.

Aus meiner Sicht hat die Tatsache, dass die Kreditrisiken von der jeweiligen Bank direkt an den Kapitalmarkt weiterverkauft werden konnten, eine ebenso wichtige Rolle gespielt. Eine vernünftige Bonitätsprüfung war somit obsolet, temporär war die Weisheit „there is no such thing as free lunch“ ausser Kraft gesetzt. Scheinbar risikolose Einnahmen. Das entsprechende Verhalten der Kreditgeber würde ich auch als „menschliche Natur“ bezeichnen.

Haben wirklich alle geglaubt, dass
a) Immobilienpreise immer steigen?
und/oder
b) der Markt dauerhaft alle Kreditrisiken aufkauft?
Oder wurde einfach weitergetanzt, solange die Musik spielte?

Geschrieben von Andreas Buschmeier

19. Januar 2009 um 22:14

Veröffentlicht in Allgemein, Finanzkrise, Kreditgeschäft

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Re: In den Fängen des Monsters

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monster_finanzkrise

©www.handelsblatt.com

Die erste Ausgabe des Handelsblatts im Jahr 2009 (vom 02.01.09, S. 22-28 ) liefert einen guten und ausführlichen Überblick über die Finanzkrise in Q&A-Format.

Die Frage Nr. 12: „Welche Fehler haben sich als vermeidbar herausgestellt?“ soll hier kurz kommentiert werden.

Die Antwort der Redakteure Cünnen und Drost lautet: „Ein Problem ist die Zeit. Hätte es nicht zehn Jahre gedauert, um die Eigenkapitalrichtlinien von Basel II zu schaffen, hätte man viel verhindern können. So erschufen Banken teils riesige Zweckgesellschaften jenseits der Bilanz, deren Risiken nicht mit Eigenkapital unterlegt werden mussten. Wäre Basel II früher in Kraft getreten, hätten Banken kein so großes Rad am Wertpapiermarkt drehen können.“

Ist das so?

Die Autoren greifen damit die USA-Kritik seitens der deutschen Politik auf, die die Auffassung vertritt, Amerika habe durch die verzögerte Einführung von Basel II die Krise gefördert. Hauptauslöser ist jedoch eher die fragwürdige Kreditvergabepolitik in den USA, in Verbindung mit (zunächst) niedrigen Zinsen. Es kann durchaus bezweifelt werden, dass eine schnellere Umsetzung von Basel II die Krise hätte verhindern können.

In Deutschland bestehen seit 1988 mit Basel I Eigenkapitalregeln, die Einführung von Basel II fand 2007 statt. Dies hat die im Artikel kritisierten Zweckgesellschaften, z.B. der IKB, nicht verhindern können. Es wird übersehen, dass die Auslagerung von Risiken aus der Bilanz möglicherweise regulierungsinduziert sein könnte. Ohne die Pflichten bzw. Verschärfung der Eigenkapitalvorschriften hätten die Banken keine ausländischen Gesellschaften gründen müssen, um ihr Geschäftsvolumen zu steigern. Damit wäre die Überwachung der Risiken durch BaFin und Bundesbank leichter gewesen.

Wenn also aktuell darüber diskutiert wird, die Eigenkapitalunterlegung für jeden Kredit auf bis zu 20% zu erhöhen, muss die Frage erlaubt sein, ob dies nicht kontraproduktiv wirkt. Zum Vergleich: bei Nicht-Finanzunternehmen tritt die Insolvenz bei Überschuldung ein. Kreditinstitute müssen nur die (ca.) 8%-Grenze unterschreiten.

Die aktuelle Krise bestätigt die bereits vor Jahren geäußerte generelle Kritik an Eigenkapitalrichtlinien wie Basel II: die Regelungen wirken pro-zyklisch und verstärken makroökonomische Schocks (vgl. Danielsson et al. (2001): An Academic Response to Basel II, LSE). Da Banken momentan eine zu geringe Eigenkapitalbasis besitzen, haben sie zwei Möglichkeiten, den gesetzlichen Anforderungen zu genügen: 
die Attrahierung frischen Eigenkapitals oder die Verringerung ihrer Kreditengagements.

Neues Eigenkapital zur erhalten ist in Krisenzeiten schwierig, da sich keine Investoren finden. Lediglich der Staat bietet momentan durch den Rettungsschirm frisches Eigenkapital. Zu festgelegten Bedingungen, die kritisch zu hinterfragen sind.

Bleibt noch die zweite Möglichkeit: restriktivere Kreditvergabe und Verringerung der Engagements.

Banken müssen daher ihre Kreditvergabe einschränken, was zu einer Kreditklemme führen kann. In der gleichen Ausgabe des Handelsblatts findet sich ein entsprechender Artikel, in dem Hans-Werner Sinn vom Ifo-Institut damit zitiert wird, dass sich Deutschland der Kreditklemme nähert (S.14). Damit überträgt sich natürlich die Bankenkrise auf die „Realwirtschaft“.

Zusammenfassend soll an dieser Stelle für einen verantwortungsvollen Umgang mit staatlicher Regulierung geworben werden.

Eine Erhöhung der Eigenkapitalanforderungen ist aus den o.g. Gründen suboptimal und würde die Kreditklemme verschärfen. Die Politik sollte sehr genau überlegen, in welcher Form sie auf die Krise gesetzgeberisch reagiert. Schliesslich waren auch die heute vielgescholtenen Investmentbanken ein Produkt staatlicher Regulierung (Glass-Steagall-Act). Seit Oktober 2008 existiert keine eigenständige Investmentbank mehr.

Es bleibt zu hoffen, dass die Finanzkrise nicht dazu führt, dass aus der Kreditwirtschaft eine Staatswirtschaft gemacht wird.

Geschrieben von Andreas Buschmeier

4. Januar 2009 um 14:42

Veröffentlicht in Finanzkrise, Kreditgeschäft, Regulierung

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Verlässliche Ratings: Exzerpt

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Dr. Oliver Everling, Geschäftsinhaber der Everling Advisory Services (www.everling.de), hat sich in seinem Blog mit meinem Modell zur Verbesserung der Transparenz und des Wettbewerbs auf dem Ratingmarkt befasst. Dazu hat er eine gute Zusammenfassung erstellt.

Für alle, die einen kurzen Einblick in mein Modell suchen:
http://www.everling.de/wordpress/?p=270 

Die vollständige Fassung findet sich auf dem Server der Universität Kassel unter:
http://kobra.bibliothek.uni-kassel.de/handle/urn:nbn:de:hebis:34-2008062622217

Geschrieben von Andreas Buschmeier

3. Januar 2009 um 10:39

Veröffentlicht in Rating, Regulierung

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