The only way is up? Ursachenstudie Finanzkrise

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Das Handelsblatt berichtet über eine Ursachenstudie von vier Volkswirten der US-Notenbank (Fed), die die Frage beantworten will, warum die Marktteilnehmer von dem Platzen der Subprime-Kredite überrascht wurden
(http://www.handelsblatt.com/politik/wissenswert/warum-hat-niemand-die-krise-kommen-sehen;2128897).

Demnach lag der entscheidende Fehler in der viel zu optimistischen Einschätzung der Häuserpreisentwicklung. Analysten von Lehman Brothers gingen noch 2005 davon aus, dass mit 80%iger Wahrscheinlichkeit auch in Zukunft die Preise jährlich um 5% oder mehr steigen. Fallenden Immobilienpreisen über einen längeren Zeitraum wurde eine Wahrscheinlichkeit von 5% zugesprochen.

Psychologische Faktoren, d.h. die menschliche Natur, seien die Hauptursache. Zum Beispiel überzogener Optimismus.

Aus meiner Sicht hat die Tatsache, dass die Kreditrisiken von der jeweiligen Bank direkt an den Kapitalmarkt weiterverkauft werden konnten, eine ebenso wichtige Rolle gespielt. Eine vernünftige Bonitätsprüfung war somit obsolet, temporär war die Weisheit „there is no such thing as free lunch“ ausser Kraft gesetzt. Scheinbar risikolose Einnahmen. Das entsprechende Verhalten der Kreditgeber würde ich auch als „menschliche Natur“ bezeichnen.

Haben wirklich alle geglaubt, dass
a) Immobilienpreise immer steigen?
und/oder
b) der Markt dauerhaft alle Kreditrisiken aufkauft?
Oder wurde einfach weitergetanzt, solange die Musik spielte?

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2 Gedanken zu “The only way is up? Ursachenstudie Finanzkrise

  1. Das Problem ist vermutlich der Mensch an sich. Läuft es mal gut will er immer mehr, sagt man etwas dagegen ist man der Pessimist oder gar der Querulant. Ich sehe das bei meinen Strategieanalysen, ist das Ergebnis positiv hört man auf mich, ist es nicht positiv fährt man mit dem Kopf gegen die Wand – koste es was es wolle.

    Aber lernen durch Schmerz soll ja recht effektiv sein :)

    Gerhard Zirkel

  2. Selbst wenn es irgendwen irgendwann gewiss war, dass da irgendetwas nicht stimmte, waren einfach die Anreize für die lokalen Hausbanken da, weil genügend Investoren aus irgendwo nach wie vor Forderungen abkauften. Da hatten wohl alle ein bisschen die Tomaten vor den Augen.

    Irgendwie verstehe ich auch nicht die Konsumenten. Warum ein Haus kaufen, wenn diese teuer sind, um dann auch noch darauf zu spekulieren, dass man dann noch mehr Kredite bekommt? Komische Denke. Das muss so eine Art landesweiter Gruppenzwang gewesen sein.

    Vielleicht ist ja doch der Kaffee schuld (http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,601697,00.html). In den Zeiten vor Starbucks waren Amis ganz abspenstige Kaffeetrinker. Vielleicht vertragen die so harten Stuff nicht so gut wie die Leute aus Old-Europe. Sowas ist ja eine reine Gewohnheitsache :)

    __________________________________
    Die Amsterdamer Tulpen Geschichte X.0

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