Öl ins Feuer – BaFin vs. Bundesbank

Um meinen letzten Beitrag mit eigenen Erfahrungen zu unterlegen, berichte ich heute über meine Recherchen für eine wissenschaftliche Arbeit zum Thema Bankenaufsicht/Basel II.

Zusätzlich hatte ich in meinem vorletzten Blogbeitrag darauf hingewiesen, dass ich noch auf eine Antwort der Bundesbank warte. Diese ist heute per E-Mail eingegangen. Und damit sind wir schon bei des Pudels Kern:
sämtliche meiner Fragen zu bankaufsichtsrechtlichen Themen habe ich sowohl der Bundesbank als auch der BaFin gestellt. Die Bundesbank hat alle meiner Fragen in einer angemessen Zeit beantwortet. Demgegenüber hat die BaFin teilweise überhaupt nicht reagiert. Ein weiteres Beispiel für gelungene Öffentlichkeitsarbeit seitens der BaFin.

Daher möchte ich an dieser Stelle explizit den Mitarbeitern der Bundesbank für ihre Hilfe danken – es ist (leider) nicht üblich.

Apropos: besonders gelungen ist auch die Öffentlichkeitsarbeit der Initiative Finanzstandort Deutschland (IFD), deren Mitglieder sich aus großen Kreditinstituten, Verbänden und dem Finanzministerium rekrutieren. Die IFD hat eine Rating Broschüre herausgegeben, um das Thema für die Kreditnehmer transparenter zu machen. Fragen zu den in der Broschüre genannten Inhalte kann sie aber leider nicht beantworten.

Und zur Antwort der Bundesbank bezüglich der Frage zur Neufassung der MaRisk:
wie erwartet erklärt die Bundesbank, dass die MaRisk keinen Einfluss auf die Eigenkapitalanforderungen nach der SolvV haben.

Das ist natürlich juristisch korrekt. Wird ein Institut jedoch gezwungen, ein internes Rating für jeden Kreditnehmer vorzunehmen, so muss zu diesem Zweck ein internes Ratingsystem implementiert werden. Da die Eigenkapitalanforderungen bei Verwendung des IRBA im Vergleich zu externen Ratings tendenziell geringer ausfallen (s. Bundesbank, Monatsbericht Januar 2009), wird der Standardansatz obsolet. Es sei denn, das externe Rating fällt besser aus und führt zu einer geringeren Eigenkapitalbelastung des kreditgebenden Instituts. Diese Art von cherry picking kann von der Aufsicht kaum gewünscht sein.

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