Steuern und Jürgen Trittin

waehler_hb
© http://www.gruene.de

Nachdem der Grünen-Politiker Jürgen Trittin in den letzten Tagen mehrfach in verschiedenen Talkshows seine Vorstellung einer Manager-Boni-Begrenzung ausgeführt hat, will ich zu seinen Aussagen hier kurz Stellung nehmen.

Die Grünen möchten, dass die steuerliche Absetzbarkeit von Managerboni auf 1 Mio. Euro und die Gehälter auf 500.000 Euro p.a. begrenzt werden. Trittin wird nicht müde zu wiederholen, dass die Boni nicht von den Steuerzahlern subventioniert werden sollten.

Damit vertritt Trittin eine interessante Sicht der Besteuerung. Er suggeriert, dass der Steuerzahler die Boni finanziert bzw. dem Staat Steuereinnahmen verloren gehen.

Ist es nicht vielmehr so, dass diese Zahlungen von den Managern mit ihrem persönlichen Einkommensteuersatz versteuert werden müssen? Und sollte man nicht annehmen, dass dieser nach den Reformen der letzten Jahre über dem Satz der Unternehmenssteuern liegt? Damit sind die Staatseinnnahmen definitiv höher als bei einer Einstellung der Boni z.B. in die Rückstellungen.

Die Grünen-Forderung führt zu nichts anderem als zu einer Doppelbesteuerung. Zunächst darf das Unternehmen die Kosten nicht absetzen und versteuert somit Ausgaben (ist zwar unverständlich, aber keine neue Idee…teilweise müssen Mietausgaben bereits heute versteuert werden). Anschliessend muss der Manager den Betrag nochmals mit seinem persönlichen Steuersatz versteuern.

Na gut, solange eine Forderung populistisch genug ist, muss sie nicht unbedingt einen Sinn ergeben.

3 Gedanken zu “Steuern und Jürgen Trittin

  1. Geld wird immer mehrmals besteuert.

    Ich werde jetzt bestimmt kein Mitleid bekommen, dass Großfirmen Steueraufschläge zahlen sollen, wenn sie ihre Personalkosten aufblähen.

    Ich denke, dass irgendetwas nicht stimmt, wenn ein „Angestellter“ eines Großkonzerns (risikofrei) wesentlich mehr Geld nach trägt als mittelständischer Unternehmer (der Risiken auf eigene Rechnung eingeht).

    Ob der Grünen-Vorschlag mit der Absetzbarkeit sinnvoll ist weiß ich nicht. Aber Mitleid mit sehr sehr gut verdienen Leuten kann ich irgendwiee nicht verspüren – Sollte ich das?

  2. Es ist völlig richtig, dass man mit (zu?) gut bezahlten angestellten Managern, die kein oder nur ein geringes Risiko tragen, wenig Mitleid haben muss.
    Problematisch ist m. E. die staatliche de facto Festlegung von Höchstlöhnen. Wer entscheidet die Höhe und anhand welcher Kriterien? Ab welcher Höhe sind denn Personalkosten „aufgebläht“?
    Gehälter, Mieten und Sollzinsen nicht mehr (vollständig) als Aufwand absetzbar?!
    Wird da Umsatz mit Gewinn verwechselt?!

  3. Ja da stimmt mit der Schwelle von X.XXX.XXX,- Euros. Das ist ein generelles Problem bei Politikern mit ihren Schwellen in Euros.
    – ein normatives Problem (Was ist groß, was klein?),
    – ein Kaufkraftproblem (Wie viel ist Geld eben wert?)

    Schwellen können nur funktionieren, wenn die Schwellen sich selbst anpassen. Aber dann bräuchten wir keine Politiker mehr, die sich darüber profilieren, dass Schwellen neu angepasst werden müssen.

    Bezüglich der Vergütung haben wir schon ein Negativ-Beispiel aus dem Steuerrecht: Die eingeschränkte Absetzbarkeit von Aufsichtsratkosten. Das ist ein wichtiger Grund, warum über die Jahre dieses „Wir-schieben-uns-gegenseitig-Vorstands-und-Aufsichtsratsposten-zu“-Problem (=Mäßiges Governance) entstanden ist.

    Man muss aber auch sagen, dass die ganzen Herren der „Deutschland AG“ kaum bzw. garnichts konstruktiv beitragen zur Vergütungsdebatte beitragen. Und dann ist es auch nicht verwunderlich wenn Politiker mit allen möglichen Ideen ankommen/durchkommen.

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s