Schwere Zeiten für Ökonomen und Anleger

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Vor einigen Tagen hatte ich bereits auf die Selbstkritik führender Ökonomen hingewiesen. Insbesondere die realitätsfernen Annahmen der neoklassischen Makroökonomie stehen hier in der Kritik.

Aber es kommt noch schlimmer!

Auch die Portfolio Selection Theory von Markowitz (und damit ebenso das Capital Asset Pricing Model/CAPM) steht in der Kritik. Die extrem verkürzte Kernaussage das Modells: durch Diversifikation lässt sich das Risiko eines Portfolios verringern, sofern die Papiere nicht positiv korreliert sind. Die persönliche Risikoeinstellung des Anlegers drückt sich nicht in der Zusammenstellung des Portfolios aus, sondern im Mischungsverhältnis mit einer sicheren Anlage (Tobins Separationstheorem).

Nach Ausbruch der Finanzkrise haben allerdings alle Assetklassen an Wert verloren, somit konnte eine Diversifikation die Verluste nicht verringern.

Und eine aktuelle empirische Untersuchung stellt eine weitere ökonomische Grundüberzeugung in Frage. Das Handelsblatt berichtet, dass im Zeitraum von 1968 bis heute Aktien nur geringe Überrenditen im Vergleich zu Rentenpapiere aufweisen, die mit relativ hohen Risiken erkauft werden müssen. Da Eigenkapital aufgrund der Erfolgsbeteiligung per se mit einem höheren Risiko als Fremdkapital belastet ist, stellt diese Untersuchung die Sinnhaftigkeit einer Aktienanlage in Frage. Warum sollte ein Anleger für einen minimalen Renditevorsprung das höhere Risiko und größere Schwankungen seines Vermögenswertes in Kauf nehmen?

Die Ökonomenzunft steht also vor gewaltigen Aufgaben.

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