ARD-Themenabend Finanzwirtschaft

© ard.de

Das war ja ein schöner Themenabend zur Finanzwirtschaft in der ARD am 20.01.2010.

Um 20:15 Uhr „Gier“ von Dieter Wedel mit der Geschichte eines Anlagebetrügers. Anschliessend „Hart aber fair“ mit dem Thema „Genug ist noch zu wenig – Warum regiert uns die Gier?“ und mediokren Gesprächsteilnehmern. Immerhin durfte Wedel zum 10ten Mal seine Anschuldigungen gegen einen von ihm beauftragten Vermögensberater und eine Schweizer Bank vortragen und der verurteilte Immobilienbetrüger Schneider dem kapitalistischen System eine Mitschuld an den Insolvenzen der betroffenen Handwerkern geben. Muss man zu Jutta Ditfurth überhaupt noch etwas sagen?

Als krönenden Abschluss schickte die ARD für die Sendung „Geld für alle!“ die Finanzexperten Tobi Schlegel und York Pijahn (wer?) in der Welt herum – gebührenfinanziert auf der Suche nach einer besseren Welt. Nachdem sich anfangs betrunkene Banker in Frankfurt (?) zum Kasper machen durften, folgte als Gegenmodell … genau: Kuba. Anflug auf Havanna mit romantischer Kameraführung über die sonnendurchflutete Stadt. Danach Schnitt auf attraktive kubanische Tänzerinnen. Sozialismus von seiner Schokoladenseite. Aber man will ja keine Beeinflussung des Zuschauers unterstellen. In dem Kuba-Beitrag erfährt man, dass der moderne Sozialismus jetzt sogar Privateigentum zulässt. Bauern bekommen von der Regierung Ackerland geschenkt – und wieder weggenommen, wenn sie die nicht näher definierten Anforderungen nicht erfüllen. Das sagt die ortsansässige LPG-Chefin. Ausserdem erläutert sie, dass der Bauer von seiner Ernte 10% behalten darf, 60% gehen an soziale Zwecke und der Rest an den Staat. Etwas später fragt der investigative Journalist Schlegel einen Bauern, ob er seinen Gewinn wirklich selbst behalten darf, was dieser bestätigt. Also das, was von den 10% seiner Ernte nach Abzug seiner Kosten übrig bleibt, wenn er seine Erzeugnisse am Markt verkauft. Zehntscheune mal umgekehrt.

Auch der Dubai-Teil war schön. Nach mehrfacher Wiederholung der Aussage, dass Zins Teufelswerk sei, sowohl nach Koran als auch nach Bibel, kommt man zum Islamic Banking. Dieses verbietet Zinsen. Glücklicherweise wird ganz am Schluss des Beitrags ein praktisches Beispiel von einem Mitarbeiter einer Islamic Bank gegeben. Angenommen, man möchte ein Auto für 10.000 €/$ (? egal, einen Dacia Logan eben) kaufen und finanzieren. Zinsloses Islamic Banking läuft dann folgendermassen: die Bank kauft das Auto für 10.000 und verkauft es anschliessend weiter. Für 12.000. Aufzinsen wird man diesen Vorgang wohl nicht nennen. Ist es aber.

Zwischendurch tauchte auch kurz die Idee des bedingungslosen Grundeinkommens auf, ohne die Finanzierungsfrage überhaupt zu stellen, geschweige denn zu beantworten.

Und auch ein deutsches Beispiel für eine Regionalwährung – der Chiemgauer – durfte nicht fehlen auf dem Weg zu einer besseren Welt. Unter anderem wurde erklärt, dass der Chiemgauer schnell ausgegeben werden sollte, da er in gewissen Zeitabständen festgelegt an Wert verliert. Der Ökonom würde so etwas Inflation nennen. Zum Abschluss dieses Beitrags erklärt eine Frau Prof. Kennedy, dass der Chiemgauer die Inflation dämpft. Ach so.

Ich habe mich so über diese sinnvolle Verwendung meiner GEZ-Gebühren gefreut, dass ich mitten in der Nacht diesen Lobesbeitrag für die ARD verfassen musste. Weiter so!

2 Gedanken zu “ARD-Themenabend Finanzwirtschaft

  1. Ah ja.

    War zu erwarten; und wohl kein Pech, dass ich den Videorekorder zu programmieren vergaß.

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s