Kreditklemme und Prozessoptimierung

© http://newstopaktuell.wordpress.com

In einem Beitrag bei all4finance wurde implizit Werbung für mein Modell der Ratingagenturen der Institutsgruppen gemacht.

Unter dem Titel „Kreditklemme: Wo klemmt es eigentlich?“ wirft der Autor Hagen Luckert, Geschäftsführer der Hypotheken Management GmbH, einen Blick auf die Kreditklemme aus Prozess-Sicht. Er konstatiert, dass in den Kreditprozessen der Banken umfangreiche Potenziale zur Optimierung und Effizienzsteigerung vorhanden sind. Insbesondere die Backoffice-Prozesse seien ineffizient und personalintensiv.

Mit günstigeren Kostenstrukturen und schlankeren Prozessen erhalten Banken die Möglichkeit, attraktivere Kreditkonditionen anzubieten.

Luckert bestätigt damit meine Untersuchung, die in dem oben verlinkten Diskussionspapier der Ausgangspunkt war. Zur Optimierung der Kostenstruktur mit schlankeren Prozessen innerhalb der Banken beschreibt mein Modell die Auslagerung der standardisierten Backoffice-Prozesse. Im deutschen Bankensystem mit Großbanken, Sparkassen und Genossenschaftsbanken führt dies zu mindestens drei Dienstleistern – in meinem Modell institutsgruppenintern. Ich belasse es jedoch nicht bei der reinen Prozessoptimierung, sondern gehe noch einen Schritt weiter.

Zur Auslagerung der Kreditprozesse gehört als wesentlichster Punkt die Bonitätseinschätzung der Kreditnehmer. Gesetzlich wird hier eine Trennung der Kreditentscheidung in die Bereiche Markt und Marktfolge gefordert. Zusätzlich muss dieses bankinterne Ratingsystem von der Bankenaufsicht (BaFin) anerkannt werden. Dies wurde in Deutschland zu einem großen Teil bereits umgesetzt.

Die Kreditinstitute verfügen daher de facto über einen aufsichtlich überprüften und anerkannten Ratingprozess. Und diese Überprüfung geht trotz einer gesetzlichen Nachbesserung in Folge der Finanzkrise (EU-Verordnung) über die Anforderungen an externe Ratingagenturen hinaus.

Bei einer Zentralisierung der Ratingprozesse verfügt demnach jede Institutsgruppe über eine anerkannte Ratingagentur. Eine Sparkassenratingagentur, eine Genossenschaftsratingagentur und mindestens eine Ratingagentur der Großbanken.

Neben der Kostenoptimierung hat mein Modell auch wesentliche Vorteile aus volkswirtschaftlicher Sicht und positive Effekte für den deutschen Mittelstand.

Zum einen wird das Oligopol der amerikanischen Ratingagenturen durchbrochen, was zu verbessertem Wettbewerb auf dem Ratingmarkt führt. Eine politisch geforderte europäische Ratingagentur als Gegengewicht wird damit obsolet.

Zum anderen erhalten mittelständische Unternehmen Zugang zu wesentlich günstigeren Ratings, die bei Veröffentlichung eine positive Signalwirkung auf Kreditgeber, Lieferanten, Kunden, Mitarbeiter und die Öffentlichkeit haben können.

Das von mir entwickelte Modell beinhaltet also eine typische win-win-Situation: Kostenoptimierung für die Kreditinstitute bei gleichzeitiger Verbesserung der Kreditkonditionen für die Kunden. Und zusätzlich eine Verbesserung des Ratingmarktes.

Das Modell grafisch dargestellt:

© Andreas Buschmeier, http://www.buschmeier-consulting.de

Anfragen zu meinem Modell beantworte ich gern: Buschmeier@buschmeier-consulting.de

2 Gedanken zu “Kreditklemme und Prozessoptimierung

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s