Unternehmen Europa

Gastbeitrag von Michael Multhaupt:

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Buchvorstellung – „Unternehmen Europa“

Dieses Jahr ist das Fachbuch „Unternehmen Europa“ – grenzüberschreitende Unternehmensansiedlung zwischen Belgien und Deutschland unter dem Aspekt der gesellschaftsrechtlichen, steuerrechtlichen und sozialrechtlichen Optimierung vom Verlag better-solutions erschienen. Die fünf Autoren sind David Chantraine, Axel Gierspeck, Dirk J. Lamprecht, Andreas Koch und Michael Multhaupt. Die Autoren sind Experten in Wirtschaftsrecht, Unternehmensberatung und Steuerrecht.

Durch das Buch sollen deutsche Investoren und Unternehmer auf die Vorzüge des belgischen Rechtssystems hingewiesen werden, wobei praktische Tipps bezüglich der Unternehmensansiedlung in Belgien aufgezeigt werden. Aufgrund der Grundrechte des freien Warenverkehrs, des freien Dienstleistungsverkehrs, der freien Niederlassung – vorgesehen in den Grundrechten der europäischen Charta – sollte es den europäischen Unternehmer und Investoren durchaus möglich sein, ihre Aktivität in dem gesamten europäischen Raum zu organisieren und somit neue Märkte zu erschließen.

Durch die Fachpraxis der Autoren werden Möglichkeiten aufgezeigt, wie durch die Erschließung von neuen Märkten und neuer Gelegenheiten die Vermögenssituation eines jeden Unternehmens gesteigert werden kann und somit die europäische Wirtschaft in der globalisierten Welt konkurrenzfähiger wird. In der europaweiten Finanzdiskussion wird derzeit suggeriert, jeder Geldtransfer ins Ausland sei fast automatisch „illegal“. Tatsächlich gilt der europäische Grundsatz des freien Kapitalverkehrs. Er ist Grundlage des europäischen Rechts. Investitionen in die Wirtschaft Europas müssen geschützt und gefördert werden, unabhängig davon, welche Grenzen sie dabei überschreiten. Wirtschaftliches Engagement in einem europäischen Nachbarland, auch für kleine und mittlere Unternehmen, kann aufgrund bestehender bilateraler Abkommen wirtschaftliche und steuerliche Vorteile bieten. Hinzu kommen weitere erhebliche Vorteile durch länderspezifische Gesetze, Regelungen und Verordnungen. Diese Vorteile können neben monetärer Art auch höhere Steuerfreibeträge oder Steuerbefreiungen sein. In dem Buch werden Chancen und Risiken erläutert. Des weiteren werden an konkreten Beispielen Vergleiche zwischen Deutschland und Belgien geführt und die landestypischen Vor- und Nachteile herausgearbeitet.

Für weitere Informationen steht Ihnen zur Verfügung:
Michael Multhaupt

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Kreditklemme verschärft sich?

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Das an dieser Stelle bereits mehrfach angesprochene Thema Kreditklemme findet zur Zeit wieder besondere Beachtung. Dirk Elsner hat in seinem BlickLog einen sehr interessanten Beitrag veröffentlicht. So belegen aktuelle Zahlen der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) und der Bundesbank einen Einbruch bei der Kreditvergabe um 17% bis 23%.  Und Elsner weist darauf hin, dass sich die Situation aufgrund verschiedener Punkte noch weiter verschlechtern könnte.

An dieser Stelle seien lediglich zwei Punkte genannt:
1. Die unter dem Stichwort Basel III diskutierte Verschärfung der Eigenkapitalanforderungen an Banken wird dazu führen, dass Kreditinstitute entweder mehr Eigenkapital attrahieren oder die Gesamtkreditvergabe verringern müssen. Generell ist mit einem enormen Kapitalbedarf aller Kreditinstitute weltweit zu rechen.
2. Sollte die Konjunktur anspringen, so benötigen Unternehmen mehr Kredite zur Finanzierung ihrer Aufträge. Sind die Banken nicht bereit – oder nicht in der Lage – diese Kreditnachfrage zu befriedigen, wird das die wirtschaftliche Entwicklung massiv negativ beeinflussen.

Dass es, wie Elsner schreibt, neue Ansätze schwer haben, von den beteiligten Institutionen (Politik, Bankenaufsicht, Banken, Ratingagenturen etc.) beachtet zu werden, kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen. Offensichtlich hat sich in der Politik die Meinung verfestigt, dass nur über einen stärkeren Eingriff des Staates diese Krise überwunden und eine neue Krise verhindert werden kann. So ist z.B. auch die neue EU-Verordnung für Ratingagenturen dieser unterstellten politischen Notwendigkeit geschuldet. Der ökonomische Nutzen ist noch fraglich.

Das Handelsblatt berichtet heute, dass sich die Bundesregierung auf einem „Kreditgipfel“ dazu entschlossen hat, Unternehmen mit weiteren Konjunkturstützen zu helfen. Insbesondere über eine stärkere Beteiligungsfinanzierung soll eine Kreditklemme verhindert werden.

Die einzelnen Unternehmen können – zu einem gewissen Grade – selbst dafür sorgen, dass sich ihre Aussicht auf eine Kreditvergabe verbessert. Bei Kenntnis der Ratingkriterien der Banken lassen sich Kreditgespräche gut vorbereiten. Eine kontinuierliche und professionelle Finanzkommunikation ist in der momentanen Situation unabdingbar, um die Fremdkapitalfinanzierung eines Unternehmens zu sichern.

Beitrag Wirtschaft Nordhessen

http://www.wirtschaftnordhessen.de/

In der aktuellen März-Ausgabe des IHK-Magazins „Wirtschaft Nordhessen“ findet sich ein Beitrag von mir über Strategien gegen eine Kreditklemme (S. 37). Darin beschreibe ich in Kurzform die Zusammenhänge von Rating, quantitativen und qualitativen Faktoren und den positiven Einfluss einer professionellen Finanzkommunikation auf die Kreditvergabe.

[EDIT]: mit der Verlinkung scheint es Probleme zu geben. Alternativ sollte sich die Seite entweder über wirtschaftnordhessen.de oder über diese Seite der IHK-Kassel aufrufen lassen. Oben rechts bzw. ganz unten ist der Link zum E-Paper/zur WN.

HIER der direkte Download der pdf-Datei.

Bewegung auf dem Ratingmarkt – EZB-Ratingagentur?

© http://www.wiwi.uni-muenster.de

Aus Kreisen der EU-Finanzminister will das Handelsblatt erfahren haben, dass die Europäische Zentralbank (EZB) ein eigenes Länderrating für die Gemeinschaft aufbauen soll. Offiziell nimmt die EZB dazu noch nicht Stellung.

Dies könnte man als ersten Schritt in Richtung der im Koalitionsvertrag vereinbarten Europäischen Ratingagentur werten. Und für ein Länderrating der EU-Staaten kann die EZB sicherlich die zur Akzeptanz nötige Expertise vorweisen. Für Unternehmensratings sehe ich an dieser Stelle ein Problem.

Dennoch gilt meine mehrfach geäußerte Kritik an einer staatlichen/privaten Europäischen Ratingagentur auch für die EZB-Ratingagentur. Mein Hauptkritikpunkt – wie politisch unabhängig kann eine solche Institution überhaupt sein? – wird in dem Handelsblatt-Artikel am Beispiel Griechenlands sehr deutlich.

Moody’s ist die letzte Agentur, die an Griechenland noch ein (zu) gutes A2-Rating vergibt, S&P und Fitch haben ihre Ratings bereits nach unten auf BBB angepasst. Um als notenbankfähige Sicherheit anerkannt zu werden, müssen die Papiere von mindestens einer der großen Agenturen ein A-Rating besitzen.

Sollte Moody’s nun zu dem Schluss kommen, dass ihr Griechenland-Rating herabgesetzt werden muss, würde dies die die Refinanzierung Griechenlands wesentlich erschweren, d.h. verteuern.

Vor diesem Hintergrund wird nun im Handelsblatt argumentiert, man dürfe das Schicksal Griechenlands nicht einer einzelnen Ratingagentur überlassen.

Würde – bei Beachtung der vorgenannten Problematik – die EZB-Ratingagentur tatsächlich Griechenlands Rating nach unten anpassen? Und damit riskieren, dass andere Länder, z.B. Deutschland, Griechenland stützen müssten?

Ich bezweifle weiterhin sehr stark, dass eine EZB/Europäische Ratingagentur tatsächlich diese Unabhängigkeit besitzen kann!