Kurznews HSH Nordbank und Paydirekt

In meinem letzten Post hatte ich einen weiteren Beitrag zu den Sparkassen versprochen. Der kommt auch noch, allerdings heute zunächst noch einige kurze News.

Meine Beitragsreihe zu Landesbanken setze ich fort mit der HSH Nordbank. Gestern schrieb ich über die „noch immer in ihrer Existenz bedrohte“ Landesbank, heute kommen aktuelle Nachrichten. Der operative Gewinn des gesunden Teils der Bank wurde auf 268 Millionen Euro im ersten Halbjahr 2015 gesteigert. Offizielles Ergebnis sind 222 Millionen vor und 147 Millionen Euro nach Steuern, etwa die Hälfte vom Ergebnis des ersten Halbjahres 2014.
Aufgrund problematischer Schiffskredite benötigt die Bank jedoch „eine substanzielle Entlastung der Bilanz“, so Vorstandschef Constantin von Oesterreich. Übersetzt heisst das, die Eigentümer Schleswig-Holstein und Hamburg müssen nochmal Milliarden zur Rettung aufbringen. Laut einem „vertraulichen“ Gutachten seien dies zwischen drei und 14 Milliarden Euro. (Quellen: Welt, NDR)

Der Chefredakteur der Bank intern, für die ich einen Artikel zu den Landesbanken geschrieben habe, berichtete mir, dass sowohl der Bundesverband Öffentlicher Banken (VÖB) als auch eine Landesbank eine Gegendarstellung verfassen wollen.
Da bin ich gespannt, welche Landesbank sich das traut. Ich tippe auf die Helaba, weil in Frankfurt die wenigsten Probleme herrschen.

Zum mobilen Bezahlen mit Paydirekt hat Dirk Elsner, Betreiber vom BlickLog, einen guten Beitrag in der Börse Online verfasst. Darin beschreibt er drei Gründe, die trotz der übermächtigen Konkurrenz durch PayPal für einen Erfolg von Paydirekt (in Deutschland) sprechen könnten.
Zum einen erwartet Elsner, dass Paydirekt für Händler billiger als PayPal sein wird. Die Gebühren müssen zwischen Händler und Bank/Sparkasse jeweils einzeln ausgehandelt werden.
Ich glaube auch, dass Paydirekt nur über einen niedrigeren Preis Erfolg haben kann, wenn überhaupt. Aber wie wird Paypal wohl darauf reagieren? Der erfolgreiche, etablierte Mitbewerber kann sehr leicht ebenfalls seine Gebühren senken, um Kunden zu halten. Und er hat nicht mehr die hohen Anlaufkosten, Werbekosten etc. einzuspielen.
Als zweiten Vorteil nennt Elsner die sofortige Bonitätsprüfung nach banküblichen Verfahren. Das kann ein Vorteil sein, allerdings erwähnt er auch, dass Paydirekt mit dem Lastschriftverfahren arbeitet, das einen Rückruf durch den Käufer vorsieht.
Dritter Grund für einen Erfolg von Paydirekt seien die hohen Sicherheitsstandards, der Datenschutz und dass der Anbieter seine Server in Deutschland betreibe, so Elsner.

Als ein Problem nennt Elsner die Einschränkung der Paydirekt-Nutzung auf Kunden und Händler mit deutscher Bankverbindung.
Sein Fazit finde ich passend und zitiere es daher an dieser Stelle:

„Es fehlen also viele kreativere Elemente, die wir bei den FinTechs schon kennengelernt haben. Wer allerdings die Verhältnisse im deutschen Bankenwesen kennt, der sollte mit mir überrascht sein, dass eine bankübergreifende Kooperation bereits nach so kurzer Zeit ein Verfahren auf die Beine stellt.“

Und nachträglich machen sogar die Sparkassen mit, I might add.

 

NACHTRAG: gerade hat mir Dirk Elsner über Twitter mitgeteilt, dass Paydirekt wohl doch nicht mit dem Lastschriftverfahren arbeitet. Daher sollten Lastschriftrückgaben kein Problem darstellen.

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