Easy Credit?

Reuters berichtete am 02. Dezember, dass die Europäische Zentralbank (EZB) herausgefungden hat, dass es für kleinere Unternehmen im Euro-Raum leichter sei an Kredite zu kommen, als an neue Kunden.

Ich unterstelle einfach, dass die EZB nicht explizit nach diesem Vergleich gefragt hat, weil er mir völlig schräg erscheint. Aber immerhin hat Reuters es mit dieser Überschrift geschafft, dass ich den Artikel angeklickt habe. Laut der Befragung gaben ein Viertel der Unternehmen als größte Sorge an, Kunden für ihre Produkte zu gewinnen. Die geringste Sorge sei – mit 11% – der Zugang zu Finanzmitteln. Für Deutschland ist der Anteil sogar noch geringer.

Damit wird wieder einmal die EZB-Politik ad absurdum geführt. Lockere Geldpolitik und negative Zinsen für Banken können offensichtlich keine Nachfrage nach Krediten durch Unternehmen schaffen. Die politische Lenkungswirkung des Preises, d.h. hier des Zinssatzes, ist eingeschränkt. Und in meinen letzten Beiträgen an dieser Stelle wurde zusätzlich deutlich, dass die Banken Unternehmen und Haushalte geradezu anbetteln, Kredite bei ihnen aufzunehmen, weil sie keine anderen Ideen haben, Geld zu verdienen.

Normalerweise führt eine solche Situation zur Bildung von Spekulationsblasen – Immobilien, Gold, whatever – und somit zu Fehlallokationen. Wenn nun aber die angebotenen Kredite nicht einmal angenommen werden, haben Unternehmen und Verbraucher vielleicht aus der Vergangenheit gelernt. Vermutlich ist hier aber der Wunsch Vater des Gedankens.

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