FinTechs im Bankenverband?

Bereits am 09. November hat der Vorstand des Bankenverbands beschlossen, dass FinTechs als ausserordentliche Mitglieder mitwirken dürfen. Gleichzeitig fordern die Banken jedoch – genau wie die Sparkassenorganisation – ein regulatorisches level-playing-field bei Bankgeschäften. Dieses müssten Politik und Aufsicht sicherstellen.

Während die Sparkassen lediglich gleiche Regulierungsbedingungen fordern, wählt der Bankenverband einen cleveren Ansatz, indem sie FinTechs in die Interessenvertretung privater Banken einbinden wollen. Die jungen Finanzdienstleister sollten jedoch aufpassen, dass sie von der Umarmung des Verbands nicht erdrückt werden. Schliesslich sind sie Wettbewerber der traditionellen Kreditinstitute und wollen sie – zumindest teilweise – überflüssig machen. Eine (ausserordentliche) Mitgliedschaft wäre in etwa so, als wollte Amazon seine Interessen vom Buchhändlerverband vertreten wissen.

Das von den Kreditinstituten geforderte regulatorische level-playing-field ist nicht zu beanstanden, sofern FinTechs tatsächlich regulierungswürdige Dienstleistungen anbieten. Diese sind m.E. insbesondere klassische Aufgaben der Banken, nämlich Annahme von Einlegergeldern und Vergabe dieser Anlegergelder als Kredite, mit der Bank als Intermediär. Allerdings erfüllen diese Aufgabe die meisten FinTechs eben nicht.

Ich halte es für sinnvoller, wenn FinTechs das unbestritten notwendige „Regulierungs-Know-How“ durch einen eigenen Verband erarbeiten und ihre Interessen bei Politik und Aufsichtsbehörden unabhängig von den traditionellen Banken vertreten lassen.

Ein Gedanke zu “FinTechs im Bankenverband?

  1. Ein absolut logischer Schritt des Bankenverbandes! Doch: Aus der Publikation des Bankenverbandes: „Die große Herausforderung der FinTechs liegt hingegen darin zu beweisen, dass sie in einem sich ändernden Marktumfeld auf Dauer bestehen.“ … Nun ja also um ehrlich zu sein sehe ich eher die alteingesessenen Banken in der Position, sich weiterhin und auf Dauer beweisen zu müssen… Die FinTechs stehen mMn für eine hohe Flexibilität, geringe Fixkosten und ein ansprechendes Preis-/Leistungsverhältnis weswegen sie mittel- bis langfristig mindestens zu echten Konkurrenten avancieren werden. Nicht alle aber einige werden sich herauskristallisieren… Ich persönlich stelle mir die Frage warum ich alle Leistungen aus einer Hand beziehen soll?! Immerhin geschieht dies in anderen Lebensbereichen auch nicht, weshalb nicht auch beim Thema Banking bei jeder Leistung die Rosinen aus dem riesen Müsli an Angeboten picken… Ich denke die traditionell schweren Dampfer der Großbanken sollten sich mittels Kooperationen mit den kleinen flexiblen Beibooten der FinTechs rüsten um langfristig am Markt bestehen bleiben zu können (wird von Seiten des Bankenverbandes auch angeschnitten…) … Ansonsten wird sich das Geschäftsfeld verlagern, die Systeme der Banken sind (meist) top und auch langfristig für große und sensible Datenströme geeignet.

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