Bis zu zwei Drittel aller Bankjobs gehen verloren

Nachdem es hier sehr lange sehr ruhig war, geht es jetzt Schlag auf Schlag mit den Beiträgen.

Für Capital durfte ich einen Gastbeitrag schreiben, in dem ich auf die düsteren Prognosen hinsichtlich der Jobverluste im Bankenbereich noch einen draufsetze.
Don’t shoot the messenger.

Capital: Bis zu zwei Drittel aller Bankjobs gehen verloren

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Digital Leadership wird zentraler Erfolgsfaktor

Dem aufmerksamen Leser wird nicht entgangen sein, dass ich seit einiger Zeit immer wieder Beiträge auf „Der Bank Blog“ veröffentlicht habe. Bei einem persönlichen Treffen hat mich der Betreiber des Blogs, Dr. Leichsenring, gefragt, ob ich aus den sporadischen Artikeln nicht eine regelmäßige Beitragsserie machen möchte.

Ich freue mich, hier auf meinem Blog mitteilen zu können, dass ich zukünftig regelmäßig auch bei „Der Bank Blog“ zu lesen sein werde – vermutlich sogar häufiger als hier bei „All About Banking“. Selbstverständlich werde ich an dieser Stelle meine Artikel verlinken.

Den Anfang der Serie macht mein Beitrag „Digital Leadership wird zentraler Erfolgsfaktor“ – Auswirkungen der Digitalisierung auf die Führung in Kreditinstituten.

Mehrwerte etablierter Banken

Und wieder einmal durfte ich für Der Bank Blog einen Gastbeitrag schreiben. Dieses Mal habe ich mich mit der Frage beschäftigt, welche Mehrwerte etablierte Banken im Rahmen der Digitalisierung noch bieten.

>>Welches sind die Mehrwerte etablierter Banken im Vertrieb? – Chancen der Digitalisierung für traditionelle Finanzdienstleister

Bankjobs – Interview mit der Frankfurter Neuen Presse

Der Frankfurter Neuen Presse durfte ich meine Einschätzung zur Zukunft der Bankarbeitsplätze in Frankfurt erläutern. Neben den Auswirkungen der Digitalisierung ging es insbesondere um neue Jobs aufgrund des Brexit.

Frankfurt sollte auf FinTechs setzen – Zwei Drittel der Bankjobs fallen weg

N.B.: dem aufmerksamen Leser stellt sich vielleicht die Frage, warum es heute zwei Drittel der Jobs sind, während ich in meinem Artikel im Der Bank Blog im November noch von rund 50 Prozent spreche. Das ist weder Donald Trump noch neuen Erkenntnissen geschuldet, sondern lediglich der Tatsache, dass m.E. in den Bankzentralen in Frankfurt mehr Arbeitsplätze wegfallen werden als bundesweit.

Don’t bank on Banks

Zunächst erst einmal ein gutes und gesundes neues Jahr allen meinen Leserinnen und Lesern.

Fraglich ist jedoch, ob 2017 für Bankenvorstände und -mitarbeiter wirklich ein gutes Jahr wird. Sofern sie sich in der gleichen Filter-Bubble wie ich befinden, sollten sie gestern und heute in kurzer Abfolge erschreckt worden sein.

Zunächst kam wieder einmal eine Meldung über potenziell einzuführende Negativzinsen (auch) für Privatkunden. In diesem Fall handelt es sich um die Münchner Sparkasse, die laut darüber nachdenkt. Geschäftskunden und „vermögende Privatkunden“ werden bereits für das Überlassen von Geld von der Sparkasse zur Kasse gebeten. Auch Kleinsparern Negativzinsen aufzubürden trauen sich die Münchner aber z.Zt. erst, wenn ein anderes Institut den Anfang macht. Weitere Sparkassen und Genossenschaftbanken warten ebenfalls (sehnsüchtig?) auf die Bank, die den Schwarzen Peter zieht. Danach wird es bundesweit sehr schnell gehen mit den Negativzinsen.

Das ganze geschieht vor dem Hintergrund bereits wieder eingeführter bzw. massiv erhöhter Gebühren für die Kontoführung, nach Jahren wieder steigender Inflation in Deutschland und einer bereits eingeläuteten Zinswende in den USA. Kombiniert mit einer besonderen Sensitivität der Kunden hinsichtlich Negativzinsen verspricht das interessant zu werden.

Die nächste Meldung meiner Filter-Bubble ist das Ergebnis einer Umfrage der Unternehmensberatung Accenture. Demnach können sich ca. 30% der heutigen Bankkunden vorstellen, mit ihren Bank- und Versicherungsgeschäften zu Google, Facebook oder Amazon zu wechseln, sofern diese Internetunternehmen auch Finanzdienstleistungen anbieten würden. Meiner Einschätzung nach liegt der Anteil wechselwilliger eher noch höher und Negativzinsen böten zusätzlich einen starken Anreiz.

Und dazu passt die dritte Meldung. Facebook besitzt seit Dezember eine europäische „Payment License“. Hinzu kommt demnächst die Umsetzung von PSD2 (Payment Service Directive), die Banken verpflichtet, ihre APIs (Application Programming Interface/Schnittstelle) Drittanbietern zur Verfügung zu stellen. Damit kann sich dann z.B. Facebook sämtliche Kontodaten ziehen und auswerten.

Do the math – warum sollte man dann noch zur Bank gehen oder auch nur die jeweilige Banken-App nutzen? IBAN eingeben, oder doch lieber einfach den Namen des Empfängers?

Im schlimmsten Fall verlieren Banken auf diesem Wege vollständig den Kundenkontakt und damit sämtliche Möglichkeiten der Einflussnahme sowie des Vertriebs und werden zur unsichtbaren „Werkbank“ der Internetriesen.

Happy New Year.

Genossenschaftsbanken neu mit AA- von Fitch geratet

Fitch Ratings hat die neuen Ratingkategorien Deposit Rating (DR = Einlagenrating) und Derivative Counterparty Rating (DCR = Derivaterating) eingeführt.

Die gerateten Institute der Genossenschaftlichen Finanzgruppe erhielten ein Einlagenrating von AA-, das (alte) Verbundrating bleibt bei ebenfalls AA-. Das Derivative Counterparty Rating wurde nur für das Zentralinstitut DZ Bank ermittelt und liegt auch bei AA-.

Neue Ratingkategorien mit neuen Methoden für die Agenturen sind wegen aufsichtsrechtlicher Bestimmungen notwendig geworden, die den Bail-In-Fall in der Ratingmethodologie berücksichtigen. Moody’s hat die neuen Ratingkategorien bereits vor einem Jahr in Deutschland eingeführt, Fitch Ratings ist nun gefolgt.

(Quelle: Fitch Ratings Pressemitteilung auf der BVR-Seite)

Freie, unabhängige Wahlen und Big Data

In der letzten Tagen geisterte die Geschichte der Beeinflussung der US-Wahl durch das Trump-Team mittels personalisierter Wahlwerbung durch die Presse. Der Artikel „Ich habe nur gezeigt, dass es die Bombe gibt“ wurde tausendfach verbreitet. Das dazugehörige Video von Cambirdge Analytica findet sich hier.

Dennis Horn vom WDR hat daraufhin den Beitrag kritisch beleuchtet und meldet Zweifel an der Wirksamkeit von Big Data getriebenen Wahlkampagnen an.

Unabhängig davon, ob Trump tatsächlich mit Hilfe dieser Methode gewonnen hat, gehe ich davon aus, dass zukünftige Wahlen von dieser Art Wahlwerbung getrieben werden. Jede Partei und jeder Kandidat, der sich davon Vorteile verspricht, wird das Mittel anwenden.

Wenn dies jedoch alle zu wählenden Parteien machen, sollte sich in Summe der Effekt nicht vollständig aufheben?

Wenn – wie kolportiert wird – die AfD Interesse für den kommenden Bundestagswahlkampf an Cambridge Analytica zeigt, ist es nur rational, dass alle anderen Parteien ebenfalls ihren Wahlwerbeetat neu mischen. Am Ende wird es wie bei einigen Sportarten laufen: wenn alle dopen, muss man, wenn man mitspielen will, das ebenfalls machen (sofern es nicht verboten wird – Gruß an die 1.000 russischen Athleten).

Ob es sinnvoll ist, diese Art der Wahlwerbung/Wählerbeeinflussung in der Zukunft zu verbieten, mögen andere entscheiden. Auf Empfängerseite lassen sich solche Nachrichten bestimmt über Spamfilter abfangen (was dann jedoch wiederum die selbst gewählte Filterbubble vergrößert).

Und zu meinem kurzen Hinweis bei Twitter, dass eine Firma damit sehr schnell sehr viel Geld verdient: als Volkswirt und überzeugter Marktwirtschaftler gehe ich davon aus, dass in einer solchen Situation hoher Gewinne weitere Unternehmen in den Markt eintreten und eine ähnliche Dienstleistung anbieten werden. Cambridge Analytica kann noch kurzfristig Pioniergewinne einstreichen, mittelfristig wird jedoch der Preis für diese Dienstleistung durch neue Wettbewerber sinken.

Ich bin schon gespant, welche Wahlwerbung mich im kommenden Jahr erreicht. Bislang sind – zumindest in meiner Timeline – die personalisierten Posts und Mails bei Facebook und Amazon eher suboptimal. Hoffen wir auf Deep Learning.