Sparkassen in Schieflage

Für das Wirtschaftsmagazin Capital durfte ich einen Gastkommentar verfassen. Hier der Link zu meinem Beitrag:

Sparkassen in Schieflage

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Warum sich bloggen lohnt…

…und ich viel häufiger Artikel veröffentlichen sollte.

Nachdem ich nun bereits seit einiger Zeit blogge und immer wieder Fragen beantworten muss, die sich hauptsächlich kategorisieren lassen in:

– Du musst ja viel Zeit haben!?

– Was bringt das denn?

habe ich vor kurzem eine überraschende Bestätigung erhalten. Und davon will ich gleich berichten.

Mit meinem Blog besetze ich eine Nische, die nicht nur relativ wenige Menschen interessiert, sondern spätestens seit der Finanzkrise auch in der öffentlichen Meinung nicht gut gelitten ist. Vor einiger Zeit berichtete das Wall Street Journal, dass Investment Banker neuerdings als Beruf lieber Pornodarsteller angeben würden, als ihre tatsächliche Profession zuzugeben. Soweit bin ich noch nicht!

Dennoch verzeichnet mein Blog steigende Besucherzahlen, womit ich ganz zufrieden bin. An dieser Stelle vielen Dank an meine Leser.

Und nun mein aktueller persönlicher Grund weiter zu bloggen:

Die EU-Kommission hat im letzten November eine „Public Consultation on Credit Rating Agencies“ veröffentlicht und um Antworten auf die darin enthaltenen Fragen gebeten. Daran habe ich mich beteiligt und u.a. auf mein Modell zum Ratingmarkt hingewiesen. Weil ich noch einige Fragen hatte, habe ich in Brüssel angerufen und mit einem Mitglied der Kommission sprechen können (herzlichen Dank und viele Grüße). Als ich den Hintergrund erläuterte sagte mein Gesprächspartner: Sie betreiben doch das Blog „All about Banking“ und haben sich dort über eine Europäische Ratingagentur geäussert….

Do I have to say more ?

Wenn die EU-Kommission mein Blog kennt und liest, habe ich meine Ziele übererfüllt. Und dazu musste ich weder Journalisten überzeugen, die sich natürlich nicht so tief in ein Thema hineindenken können, weil sie dafür gar keine Zeit haben. Noch musste ich die Ochsentour über eine wissenschaftliche Veröffentlichung gehen, deren Kriterien nicht immer nachvollziehbar sind. Diese traditionellen Gatekeeper verlieren ihre Macht, wenn sich denn Leser finden, die das Blog für interessant halten. Und sei es nur einer. Von der EU-Kommission. :)

Darüber hinaus entstehen interessante Kontakte zu anderen Bloggern, die viele Gedankenanstösse liefern. In diesem Sinne möchte ich auf die MindMap der deutschsprachigen Wirtschaftsblogs des Blicklogs verweisen.

Und u.a. darum lohnt sich das Bloggen.

Unternehmen Europa

Gastbeitrag von Michael Multhaupt:

© http://www.better-solutions.de

Buchvorstellung – „Unternehmen Europa“

Dieses Jahr ist das Fachbuch „Unternehmen Europa“ – grenzüberschreitende Unternehmensansiedlung zwischen Belgien und Deutschland unter dem Aspekt der gesellschaftsrechtlichen, steuerrechtlichen und sozialrechtlichen Optimierung vom Verlag better-solutions erschienen. Die fünf Autoren sind David Chantraine, Axel Gierspeck, Dirk J. Lamprecht, Andreas Koch und Michael Multhaupt. Die Autoren sind Experten in Wirtschaftsrecht, Unternehmensberatung und Steuerrecht.

Durch das Buch sollen deutsche Investoren und Unternehmer auf die Vorzüge des belgischen Rechtssystems hingewiesen werden, wobei praktische Tipps bezüglich der Unternehmensansiedlung in Belgien aufgezeigt werden. Aufgrund der Grundrechte des freien Warenverkehrs, des freien Dienstleistungsverkehrs, der freien Niederlassung – vorgesehen in den Grundrechten der europäischen Charta – sollte es den europäischen Unternehmer und Investoren durchaus möglich sein, ihre Aktivität in dem gesamten europäischen Raum zu organisieren und somit neue Märkte zu erschließen.

Durch die Fachpraxis der Autoren werden Möglichkeiten aufgezeigt, wie durch die Erschließung von neuen Märkten und neuer Gelegenheiten die Vermögenssituation eines jeden Unternehmens gesteigert werden kann und somit die europäische Wirtschaft in der globalisierten Welt konkurrenzfähiger wird. In der europaweiten Finanzdiskussion wird derzeit suggeriert, jeder Geldtransfer ins Ausland sei fast automatisch „illegal“. Tatsächlich gilt der europäische Grundsatz des freien Kapitalverkehrs. Er ist Grundlage des europäischen Rechts. Investitionen in die Wirtschaft Europas müssen geschützt und gefördert werden, unabhängig davon, welche Grenzen sie dabei überschreiten. Wirtschaftliches Engagement in einem europäischen Nachbarland, auch für kleine und mittlere Unternehmen, kann aufgrund bestehender bilateraler Abkommen wirtschaftliche und steuerliche Vorteile bieten. Hinzu kommen weitere erhebliche Vorteile durch länderspezifische Gesetze, Regelungen und Verordnungen. Diese Vorteile können neben monetärer Art auch höhere Steuerfreibeträge oder Steuerbefreiungen sein. In dem Buch werden Chancen und Risiken erläutert. Des weiteren werden an konkreten Beispielen Vergleiche zwischen Deutschland und Belgien geführt und die landestypischen Vor- und Nachteile herausgearbeitet.

Für weitere Informationen steht Ihnen zur Verfügung:
Michael Multhaupt

Update Finance Blog of the Year

Warnhinweis: dieser Blog war nominiert zum Finance Blog of the Year 2010, hat es aber leider nicht in die Runde der 15 Finalisten geschafft. Ein gewisses Maß an verletzter Eitelkeit ist bei den folgenden Anmerkungen nicht vollständig auszuschliessen.

Begonnen hat die Geschichte mit einer E-Mail am 16.02., in der mir mitgeteilt wurde, dass mein Blog die erste Hürde gemeistert habe. Meinem Post ist zu entnehmen, dass ich diese Mail fehlinterpretiert habe – es war noch nicht die Finalistenrunde. Andere Blogbetreiber unterlagen jedoch auch diesem Irrtum, die Formulierung von smava war nicht ganz eindeutig.

Egal, mir wurde als Nominee offiziell erlaubt, das Wettbewerbslogo in meine Seite einzubinden. Interessanterweise führt der Link dann nicht zum Wettbewerb, sondern auf die smava-Homepage. Und dort findet sich zunächst kein Hinweis auf den Finance Blog of the Year Wettbewerb. Dieser ist erst im smava-Blog zu finden.

Ab dem 22.02. sollte dann das Voting der Leser stattfinden – immerhin war die Seite mit den Finalisten und der Abstimmung am 23.02. abends online. Über Twitter hat smava auf meine Frage leider nicht reagiert. [Edit 1: Der Blogbeitrag ist auf den 22.02. datiert….langsame Internetverbindung vermutlich.]

Auch die fünf Jury-Mitglieder wurden vorgestellt: T. Hahn, T. Clark, G. Janecke, B. Schneider.
Der geneigte Leser mag gern mal nachzählen. [Edit 2: gerade gesehen: mit Stand 24.02./18:50h wurde dies auf vier korrigiert. Bitteschön – keine Ursache!]

Interessant finde ich auch, dass es der Blog eines Jury-Mitglieds in die Endrunde geschafft hat. Sollte zur Vermeidung von Interessenkonflikten die Jury nicht mit Leuten besetzt sein, die keinen eigenen Blog im Finanzbereich betreiben? Oder sollte dieser dann zumindest nicht am Wettbewerb teilnehmen?
[Edit: aufgrund der Kritik wurde der „Bankingblog“ von dem Jury-Mitglied Hahn aus dem Wettbewerb genommen, s.a. smava-Beitrag]

Diese Aussagen betreffen selbstverständlich nur den Ablauf und die Organisation des Wettbewerbs durch die Initiatoren. Die Qualität der ausgewählten Finalisten-Blogs ist durchweg gut und ich drücke allen Teilnehmern die Daumen.

UPDATE (25.02.): smava hat sich in einem Blogbeitrag zu den Kritikpunkten geäußert. Ich bin der Meinung, dass das Unternehmen damit angemessen mit der Kritik umgeht und hoffe, dass im kommenden Jahr der Wettbewerb wieder stattfindet – organisatorisch optimiert aufgrund der Erfahrungen dieses Jahres.

Natürlich ist dieser Wettbewerb für das Unternehmen smava ein gutes und günstiges PR-Instrument. Das bedeutet auch nicht, dass die Idee zu dem Wettbewerb eine schlechte ist. Einige gute Blogs habe ich erst durch den Wettbewerb entdeckt. Und eine verbesserte Vernetzung der Autoren ist sicher zu begrüßen (in diesem Sinne möchte ich auf meine Blogroll hinweisen).

Herrn Schreyer möchte ich für seinen Kommentar danken und übernehme den Hinweis auf den Beitrag von Herrn Lochmaier.

Herrhausen auch im Handelsblatt

© handelsblatt.com

Das Handelsblatt veröffentlicht in einer Serie Artikel eines Essay-Wettbewerbs, in denen an den von der RAF ermordeten Vorstandssprecher der Deutschen Bank, Alfred Herrhausen, erinnert werden soll. Donnerstags kommen dort verschiedene Herrhausen-Laureaten zu Wort, aktuell Stefan Heß (Handelsblatt Nr. 034 vom 18.02.2010, S. 18, online nur als Premium-Content).

Der Titel des Wettbewerbs lautet:
„ALFRED HERRHAUSEN HEUTE: ETHISCHE GRUNDLAGEN DES UNTERNEHMERTUMS“
Unternehmer brauchen die Akzeptanz der Gesellschaft
Verantwortungsvolles Handeln stand im Mittelpunkt von Herrhausens Denken. Moderne Unternehmer sollten das wiederentdecken.“

In seinem sehr guten Beitrag wirft Heß die Frage auf, ob Herrhausen aus RAF-Sicht eine Bedrohung für alte Feindbilder war. „Ein moderner Bankmanager mit sozialer Verantwortung und ökologischem Gewissen, der sich sogar für einen Teilschuldenerlass für die Länder der Dritten Welt engagierte – hier drohte das festgefahrene Weltbild der Attentäter aus den Fugen zu geraten.“

Die Lektüre des Handelsblatts ist ohnehin immer lohnenswert, dieser Essay-Wettbewerb ist eine zusätzliche Bereicherung.

(In diesem Blog hat der Gastautor Michael Multhaupt vor einigen Tagen einen Beitrag zu Alfred Herrhausen veröffentlicht.)

NACHTRAG: der Beitrag ist nun online verfügbar.

Obamas Bankenreform – Back to Glass-Steagall

© directnews24.tv

Gastbeitrag von Michael Multhaupt:

Einen interessanten Artikel konnte man in der gestrigen Financial Times Deutschland (FTD) lesen.

US-Präsident Barack Obama hat in den vergangenen Tagen Reformpläne vorgestellt, die möglicherweise die Bankenlandschaft in den USA verändern werden. Aufgrund der Reformpläne bietet die Citigroup schon jetzt (!) Teilbereiche (Beteiligungen, Immobilien- sowie die Hedgefondssparte) zum Verkauf an.

Bedingt durch die Reformansätze Obamas soll zukünftig das Verbot des Eigenhandels und die Unterhaltung von Private-Equity- und Hedge-Fonds per Gesetz beschlossen werden. Desweiteren soll auch das Verbot der Investitionen in die Fonds gesetzlich normiert werden. Nach Ansicht Obamas ist diese „Art“ von Geschäften zu riskant. Sollte die Reform als Gesetz beschlossen werden, wird dies auf eine Neuauflage des Glass-Steagall-Acts hinauslaufen. Dieser wurde 1999 durch Präsident Bill Clinton aufgehoben. Somit könnte ab Mitte des Jahres wieder in den USA das Trennbankensystem Einzug halten.

Hintergrund:
Der Glass-Steagall-Act ist die Bezeichnung von zwei Bundesgesetzen der USA, die nach dem US-Senator Carter Glass und dem Abgeordneten des US-Repräsentantenhauses Henry B. Steagall benannt wurden. Das erste Gesetz von 1932 diente der Eindämmung der Deflation während der Großen Depression. Diese galt als Ursprung des schwarzen Freitages im Oktober 1929 und somit als Auslöser der damaligen Weltwirtschaftskrise.

Trennbankensystem:
Das zweite Gesetz wurde ein Jahr später (1933) erlassen. Inhalt des Gesetzes war die Trennung von Geschäfts- und Investmentbanken (Trennbankensystem). Das Gesetz sollte verhindern, dass die Banken zuerst als Geschäftsbank fungierten und eine Kreditvergabe in Unternehmen vornehmen und dann, bei unvorhergesehenen Risiken, nochmals Kredite  investieren, um die eigene Kreditvergabe zu schützen. Diese Kredite wurden aus den Einlagen von Privatpersonen und kleineren Unternehmen finanziert. Dieses Vorgehen barg die Gefahr, dass bei Totalausfall des Schuldners (Unternehmen), die Einlagen der Privatpersonen und kleineren Unternehmen von den Banken nicht mehr zurückgezahlt werden konnten. Folglich konnten  Liquiditätsprobleme bei der kreditgebenden Bank, den kleineren Unternehmen und auch den Privatpersonen auftreten.

Einlagensicherung:
Zudem wurde erreicht, dass eine Einlagenversicherung abschlossen wurde. Analog dazu gibt es in Deutschland z.B. den Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken. Dadurch sind die Guthaben jedes einzelnen Kunden bei den privaten Banken prozentual in Abhängigkeit vom haftenden Eigenkapital des jeweiligen Institutes gesichert. Geschützt werden dabei u.a. Sicht-, Termin- und Spareinlagen. Nicht geschützt sind u.a. Inhaberschuldverschreibungen (Bundesanleihen) sowie Inhabereinlagenzertifikate. Entsprechende Einlagensicherungssysteme existieren auch für den Sparkassen- und Genossenschaftssektor.

Kritik:
Es ist fraglich, ob durch die Wiedereinführung des Trennbankensystems Bankinsolvenzen verhindert werden können. Denn die Insolvenz von z.B. Lehman Brothers (reine Investmentbank) wurde nicht verhindert. Viele Experten sind der Meinung, dass eine  bessere Überwachung und striktere Kapitalanforderungen bei den Universalbanken die bessere Lösung sind.

Ein kurzer Beitrag mit Kritik an dem Vorschlag wurde vor einigen Tagen von Andreas Buschmeier veröffentlicht.

Zu Alfred Herrhausen

Gastbeitrag von Michael Multhaupt:

© welt.de

Zum Geburtstag von  Alfred Herrhausen
(* 30. Januar 1930 in Essen; † 30. November 1989), ehemaliger Vorstandssprecher der Deutschen Bank.

Angenommen, Alfred Herrhausen lebte heute noch. Er sei der Vorstandssprecher der Deutschen Bank und wir befinden uns mitten in der Weltwirtschaftskrise. Jeden Tag muss Herr Herrhausen neben seinem Tagesgeschäft Interviews geben und wird in (fast) jede Talkshow der öffentlich-rechtlichen und privaten Fernsehsender eingeladen.

Zur besten Zeit – an einem Sonntagabend – nimmt Herr Herrhausen mit Politikern, Unternehmern und Arbeitnehmervertretern sowie Ökonomen und anderen Experten aus der Wirtschaft an einer Talkshow teil. Thema des Abends: „Ethische Grundlagen des Wirtschaftslebens vor der Krise und nach der Krise.“ Investmentbanker konnten für diese Gesprächsrunde nicht gewonnen werden.

Als Einleitung gibt es in der Talkshow dramaturgisch eine Rückblende, wie erst die Finanz-und dann die Wirtschaftskrise entstanden sind. Jeder der Anwesenden kann die Entstehung der Finanz- und Wirtschaftskrise aus seiner Sicht herleiten und die Auswirkungen schildern:

–       Der Politiker geht, je nach Parteigesinnung, auf die politischen Auswirkungen ein und gibt proparteiisch wieder, wie sich die Krise auf den einzelnen Bürger bzw. die Gesellschaft auswirken wird.

–       Der Unternehmer klagt, dass er Umsatzeinbrüche und Verluste hat und zu allem Übel, trotz Kurzarbeit, immer noch Arbeitnehmer entlassen muss.

–       Der Arbeitnehmervertreter spricht sich offen gegen die Investmentbanker aus und nimmt jeden anderen „Schuldigen“ gleich mit in das Fahrwasser um den Arbeitnehmern gerecht zu werden.

–       Der Ökonom hat eine besondere Stellung. Er verweist auf die vielen vorangegangenen Krisen, beschreibt diese, und versucht aus den Fehlern, die die vielen Krisen verursachten, Lehren für die Zukunft zu ziehen. Um dem Studium der letzten Jahre gerecht zu werden, gibt er Verbesserungsvorschläge.

–       Die anderen Experten aus der Wirtschaft nehmen subjektiv von ihrem Standpunkt aus gesehen Stellung.

Aber in einem Punkt sind sich die zuvor genannten Personen einig. Es müssen neue Gesetzte her! Unbedingt! Reglementierungen aller Art müssen geschaffen werden. Die Bankenlandschaft muss neu strukturiert werden! Neue Institutionen und Kontrollgremien müssen geschaffen werden. Die exorbitanten Bonuszahlungen müssen endlich eingeschränkt werden!

Wenn man sich dann in der Runde umsieht, vermisst man einen Ethiker! Wurde die Person vergessen einzuladen?  Aber nein, die Gesprächsrunde hat ja einen Ethiker – sogar einen Wirtschaftsethiker – Alfred Herrhausen.

Was würde wohl Alfred Herrhausen in der Gesprächsrunde sagen?  Dies kann heute leider keiner mehr beantworten. Stellen wir uns aber mal vor, dass Herr Herrhausen sowohl als Vertreter der Deutschen Bank und synonym als Unternehmer Stellung bezieht.

Er würde auf die Nachhaltigkeit verweisen, die in den letzten Jahren verschwunden ist. Denn die zentrale Fragestellung ist doch, wer die Nachhaltigkeit bewiesen hat? Die Groß- und Investmentbanken waren es nicht.

Herr Herrhausen würde auf Beispiele von mittelständischen (familiären) Unternehmen verweisen. Das sind Unternehmen, mit denen sich jeder Arbeitnehmer identifizieren kann, bzw. solche Unternehmen, die der gewöhnliche Arbeitnehmer kennt. Das sind Unternehmen, die seit Jahren teilweise in dritter Generation auf dem Markt positioniert sind und den größten Teil der Wirtschaft bzw. des Bruttoinlandsproduktes ausmachen und sich um Nachhaltigkeit bemühen. Das sind aber auch die Unternehmen, die unverschuldet machtlos gegen Aktionen von weniger nachhaltig gestimmten „Institutionen“ geworden sind.

Alfred Herrhausen  würde auf die Unternehmer und die Mitarbeiter verweisen, die sich mit dem Unternehmen identifizieren, die eher ihr letztes Hemd geben würden um den Job zu behalten, als noch eine Bonuszahlung einzufordern, da es dem Unternehmen schon schlecht geht.

Immer wieder würden von Herrn Herrhausen die Worte „Nachhaltigkeit, Zukunft,  gegenseitige Achtung und Ehrlichkeit“ fallen.

Herr Herrhausen würde ermahnen, über jedes einzelne Wort nachzudenken und inne zu halten. Er würde jeden einzelnen Gast in der Talkrunde dazu aufrufen, diese Worte für die Zukunft zu verinnerlichen.

Alfred Herrhausen würde niemals sagen, dass diese Worte das Patentrezept sind, um Wirtschaftskrisen vorzubeugen. Aber: er wäre der festen Überzeugung, wenn man diese Werte, sowohl im Berufsleben als auch privat leben würde, wäre das Leben für alle einfacher zu gestalten und man würde ein Stück weit besser leben können.

Auf die Frage, ob die Deutsche Bank Macht hat, antworte Herr Herrhausen einmal: „Natürlich haben wir Macht. Es ist nicht die Frage, ob wir Macht haben oder nicht, sondern die Frage ist, wie wir damit umgehen, ob wir sie verantwortungsbewusst einsetzen oder nicht.“

Wenn man diesen historischen Satz auf die heutige Zeit überträgt, stellt man leider fest, dass die Banken immer noch eine große Macht haben. Schnellstmöglich kann man die Banken nicht in der Form regulieren, dass diese nicht andere Möglichkeiten finden um die Gesetze aufgrund ihrer Macht zu umgehen, aber man kann appellieren.

Aus diesem Grunde sollte jeder Manager, der Macht hat, sich selbst hinterfragen und an andere Gleichgesinnte appellieren, dass es so in der Form nicht mehr weitergehen kann und dass für die Zukunft andere Lösungen gefunden werden müssen.

Der erste Lösungsschritt wäre der, dass sich jeder Manager seiner Macht bewusst wird und diese nachhaltig so einsetzt, dass es für die Zukunft jedem nützt und möglichst niemanden schadet.

Über den Autor:
Michael Multhaupt, Diplom-Wirtschaftsjurist (FH), Jahrgang 1979. Ausbildung zum Bürokaufmann, danach berufsbegleitend Studium zum Betriebswirt. Von 2005 bis 2009 Studium Wirtschaftsrecht an der Fachhochschule Nordhessen mit den Schwerpunktfächern Bankrecht, Versicherungs- und Immobilienrecht sowie Insolvenzrecht. Schwerpunkte seiner beruflichen Praxis sind das Controlling, die Rechnungslegung und das Rating. Kontakt: Multhaupt@buschmeier-consulting.de .